Uns kann keiner fangen

Lena begeistert kleine und große Fans

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Lena Meyer-Landrut im Capitol Offenbach.

Offenbach - Das Capitol ist rappelvoll. Es herrscht nervöse, überdrehte Stimmung. „Lena“ rufen die Fans wenige Minuten nach 20 Uhr, entsprechend den vier riesigen Lettern im Bühnenhintergrund. Von Anke Steinfadt

Derweil übt ein Animateur mit dem Publikum im Innenraum noch, wie rote Leuchtstäbe möglichst effektvoll geschwenkt werden können. Den Grund hierfür erfährt man bald. Nach einer ohrenbetäubenden Begrüßung erklärt die 21-jährige Lena, dass die Show live aufgezeichnet und in Echtzeit im Internet übertragen werde. „Eine wunderschöne Location habt ihr hier in Offenbach“, schwärmt sie.

Ein pünktlicher Beginn kommt nicht nur Online-Zuschauern entgegen, auch die begleitenden Eltern sind froh, wenn das Konzert sich nicht unnötig nach hinten zieht. Viele der aufgeregten Lena-Fans sind noch im Grundschulalter. Außerdem sind Mädchengruppen und Pärchen da, aber auch Jungencliquen und Über-30-Jährige haben sich Karten für das Konzert gesichert. Ursprünglich sollte es im Gibson in Frankfurt stattfinden, wurde dann wegen großer Nachfrage ins Capitol verlegt. 2011 gastierte Lena freilich noch in der Frankfurter Festhalle.

Die „No One Can Catch Us Tour 2013“

Für die „No One Can Catch Us Tour 2013“ ist die Wahl bewusst auf kleinere Hallen gefallen. Orientalische Teppiche auf der Bühne sollen Wohnzimmeratmosphäre erzeugen. Knallige Lichtwechsel und Lasereffekte halten prall dagegen. Lenas Bühnen-Outfit wiederum gehört in die Kategorie „alltagstauglich“: ärmellose Bluse über Röhrenjeans, dazu flache Schuhe. Letztere kann sie bei ihren Tänzen über die Bühne gut gebrauchen.

Die immer gut gelaunte Lena präsentiert eine Mischung aus neuen Songs vom aktuellen Album „Stardust“ sowie den beiden Vorgängern „Good News“ (2011) und „My Cassette Player“ (2010). Eigentlich verfügt sie über ausreichend eigenes Material für eine 90-minütige Show, aber sie spielt allerhand Coversongs wie „Tainted Love“ (Soft Cell), „Rich Girl“ (Hall & Oates) und „Hit Me Baby One More Time“ von Britney Spears. „Taken By A Stranger“, das Elektrostück, mit dem sie bei ihrem zweiten ESC-Auftritt immerhin Platz 10 erreichte, gibt sie in einer scheppernden Rockversion zum Besten. Jedes Mal, wenn es laut wird, droht ihre Stimme trotz der unverwechselbaren Prägnanz zwischen den Instrumenten unterzugehen.

Bilder vom Konzert in Offenbach

Lena Meyer-Landrut im Capitol Offenbach

Bei den Ansagen zeigt sich die Sängerin vergleichsweise zurückhaltend. Das überzogen Schrille, mit dem sie derzeit als Jurorin bei „The Voice Kids“ auftrumpft, kehrt sie kaum hervor. Einmal holt sie sich gesangliche Unterstützung aus dem Publikum in Person der Schülerin Saskia, die ihr Glück kaum fassen kann und ihr Idol mehrfach heftig in die Arme schließt. Für ein Geburtstagskind stimmt sie „Happy Birthday“ an und leitet später einen Fanchor zum Refrain eines Snow Patrol-Songs. „This Is All I Ever Wanted From Life“ schallt es atmosphärisch durch die Halle. Und natürlich formt Lena Herzen mit den Fingern dazu.

„Satellite“ kommt erst als Zugabe und Herz-Luftballons tauchen plötzlich im Innenraum auf. Dass Lena sich bei ihrem großen Hit „zum ersten Mal nach drei Jahren versingt“, wäre wohl kaum jemandem aufgefallen, wenn sie es nicht selbst angemerkt hätte. Und kurz vor zehn endet das Konzert dann kindgerecht.

Lena stellt ihr neues Album „Stardust“ vor

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