Nur die Lichtseiten

Frankfurt - Eine einzige Kostprobe des legendären „Moonwalks“ genügt, schon tobt das Publikum in der Alten Oper. Michael-Jackson-Fans haben derzeit nur ein Ziel: Sie wollen in Frankfurts Musentempel ihrem Idol huldigen, seine Musik erleben, das Gefühl haben, ihm nah zu sein. Von Veronika Szeherova

Ohne an die Tiefpunkte in seinem Leben erinnert zu werden, ohne die traurige Maske gezeigt zu bekommen, die Jackson am Ende war. Die Show „Thriller – Live“ bietet genau das, was seine Verehrer sehen wollen: Die Lichtseiten des „King of Pop“. Ein 16-köpfiges Tanz- und Gesangsensemble aus dem Londoner West End und sechs Musiker lassen den Künstler mit seinen größten Hits wieder auferstehen.

Chronologisch geht es dabei zur Sache. Beginnend mit den Jackson Five und Michaels ersten Stücken als Solo-Künstler, ist der erste Akt eine einzige bunte Discoparty. Bei Songs wie „ABC“ und „Don’t Stop `Til You Get Enough“ hält es die Zuschauer nicht lange auf ihren Plätzen. Als ganz junger Michael Jackson überzeugt Jordan Bratton. Der 14-Jährige singt mit glasklarer Stimme, die dem Original sehr nahe kommt. Schnell ernten seine Auftritte Szenenapplaus.

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„Thriller - live“ in der Alten Oper

Eine Geschichte darf man von diesem „Dancical“ nicht erwarten. Jacksons Hits werden aneinander gereiht, zwischendurch mit Video-Einspielungen, Auflistungen seiner größten Erfolge und der Verkaufsrekorde seiner Alben illustriert. Der Bühnenhintergrund vollzieht dabei die Ästhetik der Videoclips nach. Und die Zuschauer freuen sich über jede Szene, die sie erkennen. Bei „Smooth Criminal“ ist die Stimmung am Siedepunkt, als der Videoclip auf der Bühne nachgespielt wird. Die tänzerische Leistung des Ensembles, allen voran Vortänzer Jovanny Pichardo Almonte, ist allemal beachtenswert.

Noch bis 11. April. Karten gibt es an allen Vorverkaufsstellen sowie unter Tel.: 069/1340400.

Auch die Kostüme sind stimmig – von der altägyptischen Robe bei „Remember The Time“ bis hin zum Zombielook bei „Thriller“. Politisch korrekt ist die Botschaft bei „They Don’t Care About us“ und „Man In The Mirror“. Dick aufgetragen, aber trotzdem nahe gehend. Noch wirkt der Schock über den frühen Tod des Idols nach. Die Hommage in der Alten Oper ist zumindest ein kleines Trostpflaster.

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