Lied-Vergnügen der knappen Art

Ein charmanter Irrtum zuerst: Vor ihrem Liederabend in der Oper Frankfurt kündigte die schwedische Sopranistin Miah Persson an, ihr Programm auf drei Lieder reduzieren zu wollen. Gemeint war natürlich: Drei Lieder aus dem umfangreich geplanten Katalog von Werken Mozarts, Schumanns sowie skandinavischer Komponisten ließ sie aus.

Auch wenn man somit auf Populäres wie „Solveigs Lied“ von Edvard Grieg verzichten musste, war der kurze Abend doch eine lyrische Sternstunde.

Miah Persson, die an der Oper Frankfurt etwa als Susanna in Mozarts „Hochzeit des Figaro“ zu erleben war, sang eingangs drei Lieder des Salzburger Komponisten mit jener silbrigen Wendigkeit, dem etwas schmalen Timbre und doch der prägnanten Artikulationsstärke, die danach auch Schumanns Zyklus „Frauenliebe und -leben“ prägen sollten. Bedauerlich nur: Klavierbegleiter Roger Vignoles definierte für sich eine bloße Begleiterrolle und schien hier partout nicht mitgestalten zu wollen, obwohl dies in manch ausführlichem Klaviernachspiel erforderlich gewesen wäre.

Skandinavische Preziosen im zweiten Programmteil: Lieder des impressionistisch tönenden Komponisten Gösta Nystroem (1890-1966) eröffneten ihn – eine besonders lyrische, getragene Passage des Liederabends, von Miah Persson so stabil wie einfühlsam in den Raum gestellt. Lieder von Jean Sibelius und Edvard Grieg ließen den gekürzten, aber auch verdichtet wirkenden Abend ausklingen. AXEL ZIBULSKI

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