Die unbändige Kraft der „Weichkekse“

+
Limp Bizkit starten Europatournee in Frankfurt mit Konzert der Extraklasse.

Frankfurt - Auf das neue Album „Gold Cobra“ müssen die Fans der US-Band Limp Bizkit weiter warten: Bereits vor einem Jahr war Aufnahmebeginn, im April und August wurden zwei Songs im Internet veröffentlicht, aber der Erscheinungstermin des ersten Longplayers seit sieben Jahren ist offen. Von Achim Lederle

Auch beim Konzert in der Frankfurter Jahrhunderthalle beschränkten sich Limp Bizkit auf die neuen Songs „Why Try“ und „Walking Away“, der Rest war „altes“ Material. Enttäuscht war aber deshalb niemand. Zum Auftakt ihrer Europatournee präsentierten sich die Nu-Metal-Pioniere voller Energie und brachten die Höchster Halle zum Kochen.

Der charismatische Vorturner Fred Durst, diesmal mit weißer statt gewohnter roter Baseballmütze, rappte und sang sich die Kehle aus dem Leib, unterstützt von seinen alten Kämpen John Otto, Sam Rivers und DJ Lethal. Aber der exzentrischste von allen war derjenige, der den Takt vorgab: Lead-Gitarrist Wes Borland, diesmal in hell-dunkler Konzertbemalung mit blankem Oberkörper in tiefschwarz.

Oft brachial, aber teils auch filigran

Borland ist sowohl der optische Blickfang der Band als auch ihr Sound-Geber. Seine Gitarrenriffs prägen nicht erst seit „Take A Look Around“, dem Titelsong des Kinohits „Mission Impossible II“, die Limp-Bizkit-Musik. Durst war offensichtlich in Frankfurt sehr froh, Borland wieder an seiner Seite zu haben, nachdem der sich eine fünfjährige Auszeit von Limp Bizkit gegönnt und unter anderem bei Marilyn Manson gespielt hatte.

So boten Limp Bizkit (auf deutsch „Weichkeks“) also in Originalbesetzung eine Show der Extraklasse: Oft brachial, aber teils auch filigran zelebrierten sie ihr Metal-Crossover. Hits wie „My Generation“ oder „Nookie“ entfalten live eine unwiderstehliche Wucht und lassen niemanden still stehen oder sitzen. Ihr ruhigster und bekanntester Song „Behind Blue Eyes“ steht hier zurück: Die Coverversion des „Who“-Klassikers wirkt zu weichgespült, das George-Michael-Cover „Faith“ dagegen ist wunderbar band-typisch aufgepimpt. Höhepunkt war zweifelsohne „Take A Look Around“. Eingängiger Gitarrenriff, cooler Rap, peitschender Refrain: Limp Bizkit pur und mit unbändiger Kraft.

„Haben genug Veränderungen“

„Try to be yourself und you will never fail“ (bleib du selbst und du wirst nie scheitern); „Revolution is good, but you have enough changes“ (Revolution ist okay, aber wir haben genug Veränderungen): Mit diesen Worten schwor Fred Durst das Publikum ein und rechtfertigte sich auch dafür, vor allem ältere Songs gespielt zu haben. Wenn die Band auf „Gold Cobra“ genau so zubeißend klingen sollte wie in der Jahrhunderthalle, hat sich das lange Warten für die Fans gelohnt!

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare