Konzert in der Festhalle Frankfurt

Linkin Park: Auf die harte Tour

+
Sänger Chester Bennington (links) verausgabt sich auf der Festhallen-Bühne.

Frankfurt - Linkin Park vereinen vieles: Rap und Metal, Keyboard und E-Gitarre, Sprechgesang und Gebrüll. Die Band aus Los Angeles verbindet zudem Generationen: 50-Jährige wie 15-Jährige bevölkern die Frankfurter Festhalle. Von Achim Lederle

Die Musiker um Rapper Mike Shinoda sowie Sänger Chester Bennington haben sich in zwanzig Jahren eine Fangemeinde erspielt, die ständig wächst. Seit Monaten war das Konzert ausverkauft. Ein Grund für den Erfolg ist die Wandlungsfähigkeit der Band, die mit klassischem Nu Metal und den legendären ersten Alben „Hybrid Theory“ und „Meteora“ begann. Es folgte die Zusammenarbeit mit Produzent Rick Rubin und Charts--tauglichem Pop-Sound auf „Minutes To Midnight“ sowie experimentellen Elektro-Klängen auf „A Thousand Suns“.

Aktuell präsentieren sich Linkin Park mit wuchtigem Gitarrensound hart wie selten zuvor. Mike Shinoda hat das jüngste Album „The Hunting Party“ selbst produziert und wollte damit nach eigener Aussage einen Kontrapunkt zum seichten R&B- und Pop-Gedudel aus dem Radio setzen. Das ist ihm eindrucksvoll gelungen. Mit „Guilty All The Same“, der ersten Single aus „Hunting Party“, fliegen denn auch in Frankfurt gleich die Fetzen. Getragen von Brad Delsons Lead-Gitarre, dem E-Bass von David Farrell, Rob Bourdons Schlagzeug und Joe Hahns Synthesizer-Klängen singt sich Chester Bennington die Seele aus dem Leib, bis ihn Mike Shinoda mit seinem Rap ablöst. Das Wechselspiel der beiden klappt vorzüglich, die Fans danken es mit Party-Stimmung.

Inzwischen sind Linkin Park live etwas experimentierfreudiger: In Frankfurt zu hören an einer von Shinoda am Piano getragenen Version von „Castle Of Glass“, die von einem (leider viel zu kurzen) Dancefloor-House-Teppich unterlegt wird und in einen ruhigeren Abschnitt mit „Leave Out All The Rest“, „Shadow Of The Day“ und „Iridescent“ überleitet. Tüftler Joe Hahn zeigt mit einem Fünf-Minuten-Solo, was er an den Tasten kann: Im Farb- und Video-Clip-Stakkato erzeugt er am Synthesizer außergewöhnliche Sounds. Dennoch orientiert sich die Band noch sehr an der Drei-Minuten-Struktur der Songs, baut zu wenig improvisierte Elemente ein. Auf Zehn-Minuten-Versionen wartet man vergeblich. Die Songs folgen Schlag auf Schlag, zum Luft holen oder Genießen bleibt kaum Zeit.

Linkin Park bringt Festhalle zum Kochen

Linkin Park bringt Festhalle zum Kochen

Mit den Über-Hits „In The End“ und „Faint“ endet das offizielle Programm. Chart-Erfolge wie „New Divide“ und „What I’ve Done“ sind dem Zugabe-Block vorbehalten. Bennigton und Shinoda nutzen dies zum Bad in der glücklichen Fan-Menge Mit „Bleed It Out“ werden die Besucher in die Nacht verabschiedet. Nach einem Konzert, das es erneut geschafft hat, Gegensätze zu vereinen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare