Lustvoll tönende Barockmusik

Johann Sebastian Bach setzt zwar die Eckpfeiler einer stets originellen und hochkarätigen Reihe, ist freilich nicht obligat. Das hebt die zehn Abende des Vereins Frankfurter Bachkonzerte in der neuen Saison aus dem Klassik-Mainstream. Zudem geben sich wieder Spitzen-Ensembles und -Solisten in der Alten Oper ein Stelldichein, darunter alte Bekannte wie Emma Kirkby und Neulinge wie der Countertenor Philippe Jaroussky. Von Klaus Ackermann

Mit Bachs Weihnachtsoratorium und der Johannespassion setzt der künstlerische Leiter Hans Georg Schäfer den Akzent.Daniel Reuss und die Capella Amsterdam wollen alle Kantaten (1-6) des populären Weihnachts-Opus gestalten. Mit Christophe Rousset sowie seinem Instrumental- und Vokalensemble „Les Talens Lyriques“ stellen sich Neulinge dem hohen Anspruch dieser Reihe.

Wie lustvoll Barockes tönen kann, führt das Ensemble L’Arpeggiata unter der Leitung von Christina Pluhar vor. „Teatro d’amore“ ist der Titel des von Jaroussky und der Sopranistin Nuria Rial gestalteten Programms mit Liebesarien von Monteverdi bis zu Luigi Pozzi und Barbara Strozzi, einer der wenigen Komponistinnen des venezianischen Barock. Konzerte für Klavier und Klarinette bringt das Zürcher Kammerorchester.

Solist Kit Armstrong ist erst 18 Jahre

Solisten sind Paul Meyer und der erst 18-jährige Pianist Kit Armstrong, über den kein Geringerer als Alfred Brendel seine schützende Hand hält. Selbst Murray Perahia gastiert wieder bei den Bachkonzerten. Auch in der neuen Saison präsent: Thomas Hengelbrock kommt mit dem Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble (Bach-Kantaten).

Mit Werken von Telemann, Christoph Graupner, dem Darmstädter Komponisten, an dessen 250. Todestag in diesem Jahr erinnert wird, und Bach tritt Bell’Arte Salzburg gleich zweimal im Mozartsaal auf. Beim zweiten Konzert ist Sopranistin Emma Kirkby mit von der Partie. Originell auch die Programme von „NeoBarock“, Musiker der renommierten und 2006 aufgelösten Musica Antiqua Köln. Im ersten Konzert gibt es Bachbearbeitungen, die früher dem barocken Übervater zugeschrieben wurden, aber von Goldberg, Kirnberger und Bach-Sohn Carl Philipp Emanuel stammen. Das zweite bringt Konzerte von Bach, die er für andere Solo-Instrumente bearbeitet hat. Auch damit werden die Frankfurter Bachkonzerte wieder ihrem Ruf einer kleinen, aber exklusiven Reihe gerecht, für Abonnementpreise zwischen 132 und 323 Euro.

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