Alternative-Country: Madison Violet

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Die beiden Kanadierinnen gehören in ihrer Heimat schon zu den großen Stars.

Falls es ein Reinheitsgebot für makellosen Alternative-Country gibt:  „No Fool For Trying“ von Madison Violet würde alle Prämissen erfüllen.

Eindringlich, akustisch und mit persönlicher Tiefe: Madison Violet mit ihrem dritten Album „No Fool For Trying“.

Die beiden Kanadierinnen Brenley MacEachern und Lisa MacIsaac haben mit ihrer alternativen Country/Folk-Mischung einen Volltreffer gelandet. Denn Country ist ja bekanntlicherweise nicht jedermanns Sache. Doch dieses Album besticht mit seinen harmonischen und stimmlich eindringenden Songs. Und man wird mit zwölf Songs für diese Randspalte belohnt.

Hierzulande sind Madison Violet wohl eher unbekannt. In ihrer Heimat hingegen wurden sie bereits mehrfach ausgezeichnet. Demnach gehören sie zu den nationalen Stars. Dieser Erfolg soll nun auch bei uns Einklang finden. Auch wenn Country hier nicht zu den größten Hits gehört, so sollte man sich diesen Alternative-Sound nicht entgehen lassen. „No Fool For Trying“ ist Musik für gemütliche Stunden. Seichte Töne klingen hervor, Gitarre und Geige, seichte Stimmen überzeugen. Wer Größen wie Norah Jones, Katie Melua und SIA mag, der wird auch hiervon überzeugt sein.

Das Album wurde in der Wahlheimatstadt Toronto aufgenommen, obwohl die meisten Songs fern ihrer Heimat entstehen. Seit neun Jahren bereisen Brenley und Lisa die Welt und tourten bereits mit so unterschiedlichen Acts wie Hothouse Flowers, Runrig, Ron Sexsmith und den Indigo Girls. Das innig verbundene Gespann lebt fast wie moderne Nomaden und hat mit „No Fool For Trying“ nun zu einer klaren und unmittelbaren Ausdrucksform gefunden, die sie noch unverwechselbarer macht.

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„No Fool For Trying“ ist vielleicht auch das persönlichste Album von Madison Violet. Verlust und Vergänglichkeit, Tod und Trauer, Sehnsucht und Ennui: Die thematischen Tableaus der neuen Songs lassen kaum darauf schließen, dass es sich hierbei um ein durchaus optimistisch gestimmtes Album handelt. Nicht wenige Songs tragen autobiographische Bezüge.

Eine Mischung aus feinsinniger Leichtigkeit und sanfter Melancholie. Damit erreicht Country-Musik ganz neue und sanfte Dimensionen.

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