Märchen im Dschungel

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DJ Bobo brachte eine gigantische Bühnenshow mit.

Frankfurt - Selbst das Wort imposant umschreibt ungenügend, was auf der Bühne der Frankfurter Festhalle im Blickfeld liegt: Mit anfänglich geschlossenen Augen thront da „Der Gigant“ – eine elfenbeinfarbene Buddhafigur aus 18,5 Tonnen Stahl und 400 Quadratmetern Styropor, 15 Meter hoch, 18 Meter breit und 15 Meter tief. Von Ferdinand Rathke

Fünf Kilometer Kabel halten den Riesen am Laufen. Auf den oberen Handflächen müssen sich Gitarrist und Bassist aus Sicherheitsgründen anketten. Beeindruckend sind auch weitere Zahlen des Augenschmauses „Fantasy“, den der Schweizer Sänger, Komponist, Tänzer und Produzent DJ Bobo auf Tournee schickt: 16 Sänger, Tänzer und Musiker sowie 130 Helfer hinter der Bühne assistieren dem 42 Jahre alten „King Of Dance“, wenn er mit dem neunten Spektakel in 18 Jahren die Massen entzückt. Warum der gelernte Bäcker aus Kölliken im Kanton Aargau das macht, weiß er selbst nicht. Geld verdienen – das dürfte zumindest eine Erklärung sein.

Bei DJ Bobo weiß das Publikum, was es bekommt:

DJ Bobo unterhält Frankfurter Festhalle

Zum Teil von weit her angereist ist das von ganz jung bis sehr alt reichende Publikum. Schließlich führt DJ Bobo in zwei Stunden ein fantastisches Märchen im exotischen Dschungel ambiente auf. Es beginnt mit einer geflügelten Elfe, die durchs Auditorium wandert, nachdem das in die Jahre gekommene Captain Hollywood Project den Reigen etwas ungelenk eröffnet hat. Bei DJ Bobo weiß das Publikum, was es bekommt: Abenteuerliche Erlebniswelten, die keine Kopfarbeit, dafür aber jede Menge motorischen Einsatz fordern. Mit eindringlicher Putzigkeit gibt er den Animateur, der seinen Schäfchen einiges an körperlicher Ertüchtigung abverlangt.

Aber Peter René Baumann, so sein bürgerlicher Name, präsentiert auch musikalische Ergüsse – strapaziöse Partyklänge für die Großraumdisko am Stadtrand – einen Querschnitt aus 14 Alben inklusive des aktuellen „Fantasy“, das sich bislang 14 Millionen Mal weltweit verkaufte. Stilistisch ist die wenig anspruchsvolle Kost vorwiegend im Genre Europ-Dance-Pop gehalten.

Mit Annäherungen an den Hard Rock verblüfft der eigenen Aussagen zufolge mit Rampensau-Mentalität ausgestattete Unterhalter im futuristischen Kostüm aus Satin, Leder und Plastik seine Anhänger. Zu ausgeklügelten Choreografien singt und rappt der Künstler und wagt gar den „Goldenen Schuss“ mit Pfeil und Bogen. Auch das Artisten-Duo Energetrix und die trommelnden Surfdrummers kommen zum Einsatz, ehe diverse Kanonen Konfetti zum Finale verschießen und die Zuschauer beim Verlassen der Halle am Andenkenstand vorbeischauen.

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