Magische Sechs

Seligenstadt - Der große Ansturm auf Karten für das Gastspiel des Sestetto di Dresda überraschte selbst die erfahrenen Veranstalter der Klosterkonzerte – die Einhardbasilika war ausverkauft. Von Eva Schumann

Die sechs Mitglieder der Staatskapelle Dresden boten ein attraktives Programm mit dem zweiten der Brandenburgischen Konzerte als Höhepunkt. Deren autographer Titel „Six Concerts avec plusieurs instruments“ ist Motto des Ensembles: es spielt mit sechs unterschiedlichen Instrumenten sechs Konzerte. Trompeter und Leiter Peter Lohse, Flötistin Friederike Schmidt, Oboist Sebastian Ehrler, Geiger Jörg Kettmann, Cellist Jörg Hassenrück und Cembalist Jobst Schneiderat dokumentierten mit Werken aus Bachs Zeit und später die Vielfalt der barocken Formen Concerto, Sonate und Triosonate.

Eine festliche Eröffnung war die Sonate für Trompete, Oboe, Violine und Basso continuo von Gottfried Finger. Das Stück ist noch dem Sonatenstil des 17. Jahrhunderts verpflichtet. An die venezianische Doppelchörigkeit erinnerten die munteren Echos von Blasinstrumenten und Violine. In einem G-Dur-Concerto von Telemann vereinten sich Altblockflötistin, Geiger und Oboist mit dem Continuo. Von Telemann stammte außerdem eine C-Dur-Triosonate für Oboe, Violine und Basso continuo.

Weit ausgeprägter als Telemann war Johann Joachim Quantz, Flötenlehrer Friedrichs des Großen und Vertreter des empfindsamen Stils. In der Triosonate e-Moll brachten dies Friederike Schmidt auf der Traversflöte und ihr Kollege auf der Violine überzeugend zum Ausdruck. Während Hassenrücks modernes Violoncello beim Telemann-Concerto zu stark hervortrat, war hier die Balance besser gewahrt.

Das galt nicht bei Bachs Gambensonate e-Moll BWV 1028, besetzt mit Violoncello. So sensibel Hassenrück den Klang zu färben verstand, gegen das massive moderne Instrument kam das Cembalo nicht an. Der anspruchsvollen Technik der Sonate, die wohl einem ungemein virtuosen Gambisten zugedacht war, blieb der Cellist jedoch nichts schuldig.

Rubriklistenbild: © Claudia Hautumm/pixelio.de

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