Maria in Klängen gehuldigt

Vom Mittelalter bis heute ist Maria mit einer immensen Fülle von Liedern verherrlicht worden. Die Offenbacher Kirche St. Marien war der rechte Ort, ihr mit einer Auswahl aus diesem Schatz Reverenz zu erweisen.  Von Eva Schumann

Sängerin Marianne Graf und Organist Daniel Kretschmar präsentierten vokale und instrumentale Perlen aus der Zeit vom Barock bis zur Spätromantik. Novalis schrieb: „Ich sehe dich in tausend Bildern; doch keins von allen kann dich schildern, wie meine Seele dich erblickt.“ Mit Max Regers Vertonung des Gedichts begann das Konzert. Der Gruß „Ave Maria“ hat unzählige Dichter und Komponisten inspiriert. Außer dem Kirchenlied „Ave Maria zart“ sang die Mezzosopranistin eine Version von Cherubini und das populäre Schubert-Lied, vom Organisten zurückhaltend begleitet.

In die junge Mutter Jesu versetzt sich Reger mit „Mariä Wiegenlied“ aus der Sammlung „Schlichte Weisen“ op. 76. Von Reger spielte Kretschmar auch zwei Ordinariums-Sätze aus den Orgelstücken op. 59. Beim Gloria ließ er die Orgel mit romantischer Farbigkeit und Schweller-Crescendi mächtig brausen. Lieblich, in höhere Sphären entrückt, klangen hingegen Anfang und Ende des Benedictus.

Solistische Vor-und Zwischenspiele

Wie Luther den Lobgesang Marias besonders liebte, so nahm sich der Protestant Bach des Magnificats an. Außer dem Chorwerk schrieb er für die Orgel eine „Fuga sopra Magnificat“. Kretschmar gab ihr majestätische Pracht, am Ende eine grandiose Steigerung erzielend. Mit Flötenklängen registrierte er die solistischen Vor- und Zwischenspiele des Geistlichen Konzerts „Ecce mater tua“ von Barockmeister Johann Christoph Pez. Die Sängerin gefiel mit angenehmer, warmer Stimme und schlichter, sicherer Interpretation. Bei der Barockkantate jedoch hätte sich mancher der expressiven Komposition gemäß eine dramatischere, differenziertere Gestaltung gewünscht.

Aus Pergolesis Stabat-mater-Vertonung trug das Duo die schwärmerische Strophe „Fac ut portem“ vor. Ein zwar gleichfalls expressiver, jedoch ruhigerer Gegensatz war Dvoraks Vertonung des Hymnus „Ave maris stella“ op. 19b. Mit Schuberts anspruchslosem „Ave Maria“ war das Konzert noch nicht zu Ende. Zum Dank für den herzlichen Beifall erklang eine englische Huldigung der Mutter Maria.

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