Magische Momente: Maria Mena im Capitol

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Unter Freunden: Die Norwegerin bezieht das Publikum gern in ihre Show mit ein. Foto:

Offenbach - Die Inszenierung der Maria Mena auf Fotos und Videos bewegt sich zwischen Girlie, Elfe und Lolita; mal vergeistigt, mal sexy, stets mit zuckersüßer Note. Anders ist der Eindruck, wenn die 26-jährige Norwegerin mit der glockenreinen Stimme leibhaftig auf der Bühne im Offenbacher Capitol steht. Von Anke Steinfadt

Von Kopf bis Fuß in Schwarz gekleidet, mit entwaffnend natürlichem Lachen wirkt sie bodenständig und energiegeladen, dabei ist sie zu allerhand Scherzen aufgelegt und entpuppt sich im Laufe des Abends gar als echte Rocklady.

Es ist wie ein Wiedersehen von Freunden. Auf der drei Jahre zurück liegenden Tournee gastierte Maria Mena am selben Ort. Das Konzert habe sie in guter Erinnerung behalten, sagt sie, und niemand zweifelt an der Aufrichtigkeit ihrer Worte. Das Publikum hängt der dunkelhaarigen Schönen regelrecht an den Lippen, überschüttet sie mit Zuneigung. Und sie gibt Liebe zurück, so viel, dass jeder einzelne im Saal etwas abbekommt. Es gibt immer wieder Augenblicke, die nicht anders als magisch zu beschreiben sind.

„Just Hold Me“ und „All This Time“, die in Deutschland bislang bekanntesten Stücke, fügen sich in eine ausgewogene Mischung aus Songs, die dem neuen Album „Viktoria“ entstammen, und solchen der beiden Vorgänger. Dazu streut Maria Mena Titel ein, die hierzulande nicht veröffentlicht wurden wie etwa das tanzflächentaugliche „You’re The Only One“. Die reduzierten Balladen „Sorry“ oder „Eye Sore“ geraten doppelt intensiv, als die Sängerin nur vom Keyboard begleitet am Mikrofon steht. Für „Habits“ kommt Landsmann Mads Langer hinzu, der bereits im Vorprogramm begeistert hat. Drama pur dann bei „The Art Of Forgiveness“, als sich Sprechgesang und Stroboskop-Blitzgewitter treffen. Die fünfköpfige Band inklusive (schwangerer) Violinistin erschafft voluminöse Soundkulissen.

Überwiegend in tiefes Blau getaucht

Der Vorhang im Bühnenhintergrund ist überwiegend in tiefes Blau getaucht. Über der Bühne schwebt ein Schwarm aus Glühbirnen wie Sterne. Immer wieder wird das Saallicht für einen Moment hochgedreht. Die Sängerin will das Publikum sehen und von Angesicht zu Angesicht über Beziehungen sprechen. Alle Lieder handeln davon, angefangen mit „My Lullaby“, ihr erstes selbst geschriebenes Stück nach der Scheidung ihrer Eltern.

Irgendwann macht Maria Mena ein Foto ihrer jubelnden Fans, das wenige Stunden später mit Danksagung und Herzchen versehen auf ihrer Facebook-Seite erscheinen wird. Die wunderbare Cover-Version des Kiss-Klassikers „I Was Made For Lovin’ You“ spielt sie ebenfalls. Wer diesen Abend miterlebt hat, wird sicher wiederkommen, wenn Menas Tourbus wieder vor dem Capitol hält.

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