Max Herre im Offenbacher Capitol

Abend unter Freunden

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Charmante Unterstützung: Grace und Max Herre auf der Bühne des Offenbacher Capitols.

Offenbach - Er kann es nicht lassen. Auch in dem für einen Rapper ungewöhnlichem Alter von fast 40 Jahren will es der Stuttgarter Ausnahmemusiker noch einmal wissen und der deutschen Musikszene seinen Stempel aufdrücken. Von Peter Schulte-Holtey

Max Herre war also wieder da, nach einer weiten musikalischen Reise. Und er schwelgte in Erinnerungen an seinen letzten Auftritt vor Jahren im Offenbacher Capitol. Moses Pelham habe damals oben in den Rängen gesessen. 13 Jahre ist es nun her, dass Herre als Mitglied der HipHop-Gruppe Freundeskreis mit der Single „A-N-N-A“ einen Hit landete. Das zweite Studioalbum „Esperanto“ ist ein Klassiker.

Einige Jahre war weniger zu hören von dem deutschen Erfolgs-Rapper, jetzt meldet er sich kraftvoll zurück. „Hallo Welt!“ heißt sein drittes Solo-Album, mit dem er nach „Geschenkter Tag“ einen interessanten Kreis in seinem Musikleben schließt. Mit viel Poesie und Kreativität entstanden zum Beispiel Lieder wie „Vida“, das er seiner Tochter widmete, oder „Einstürzen Neubauten“ und „Fühlt sich wie Fliegen an“.

Unterstützt von Sängerin Grace

Er bietet dem Genre eine Erweiterung an, er rappt heute – so scheint es – auch für diejenigen, die bislang einen Bogen um Rap-Musik gemacht haben. Das war in Offenbach deutlich zu spüren: Ob HipHop, Soul, Reggae oder Pop – Herre und Band präsentierten beim Gastspiel die gesamte Bandbreite ihres Repertoires. Neben Afrob unterstützte auch Megaloh das HipHop-Ensemble auf der Bühne; der Rapper aus Berlin begeisterte bereits als Pre-Act des Abends durch seine voluminöse Stimme. Vor allem bei der erstaunlich großen weiblichen Fangemeinde wird es bestens angekommen sein, dass die Mischung stimmte: starke live gesungene Songs, beim Projekt „Rapchansons“ unterstützt von der einfühlsamen Stimme der Sängerin Grace. Der Wechsel von neuen Herre-Liedern und alten Freundeskreis-Hits zog sich durch den Abend. Soulige Midtempo-Stücke reihten sich ein in ein paar ruhigere Lieder, darunter auch „Wolke 7“ oder „Berlin – Tel Aviv“. Eine geballte Ladung Nostalgie, aber auch viele Ausrufezeichen, die wohl sagen sollen: Von Max Herre werdet Ihr noch viel hören!

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