Melodien mit herbem Unterton

Offenbach - Lindsay und Matt von den New Yorker Sunshowers strahlen einen neohippiesken Flair aus. Die beiden Musiker lassen sich immer nur unter ihren Vornamen führen, überhaupt geht es herzig zu, zum Glück aber in beiläufiger Weise. Von Stefan Michalzik

Dream Pop, eigentlich eine auf die späten achtziger Jahre zurückgehende Richtung, ist wieder ein gängiges Schlagwort, es kursiert auch im Zusammenhang mit den Sunshowers, die open air vor dem Offenbacher Hafen 2 spielten. Die Sache mit dem Dream Pop kann man so sehen oder auch nicht, diesem Genre wird seit langem bis zur Beliebigkeit viel zugeordnet. Wie auch immer. Die Sunshowers präsentierten sich primär als elektrifiziertes Folkpop-Duo. Die Songs sind melodiös, über ein mittleres Tempo gehen sie auch in den Momenten, in denen die Gitarre mal ansatzweise rockt, nicht hinaus. Selbst in den Balladen ist die Musik nicht zuckersüß, sondern herb. Lindsays Altstimme ist mattiert; bisweilen bricht sie expressiv aus den Songerzählungen aus.

Beats klingen bemerkenswert „billig“

Den – eigentlich gar nicht fehlenden – Schlagzeuger ersetzen teilweise Beats aus dem Laptop. Sie klingen bemerkenswert „billig“. Das mutet in Zeiten, in denen sich praktisch jeder erwünschte Sound kostengünstig am Computer produzieren lässt, rätselhaft an. Als Lo-Fi-Attitüde ist es jedenfalls nicht zu identifizieren, die digitalen Schlagzeugbeats der Sunshowers klingen schlechterdings missraten.

Das ist schade, aber als kleiner Mangel am Rande verschmerzbar. Denn die Sunshowers vermögen es, bestrickende Songs zu schreiben. Der Vortrag ist so unprätentiös wie ansprechend. Alles ist harmonisch, im Übermaß aufgeräumt wirkt es nicht. Unspektakulär ist diese Musik im allerbesten Sinne.

Rubriklistenbild: © ThomasSiepmann/pixelio.de

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