Metal-Helden nur Schatten ihrer selbst

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Imposant wirkt es schon, wenn das Publikum die Arme zum „Sign Of The Hammer“ erhebt.

Offenbach - Imposant wirkt es schon, wenn das Publikum die Arme zum „Sign Of The Hammer“ erhebt: Eine Hand umschließt das Handgelenk des anderen Arms, der mit geballter Faust über den Kopf erhoben wird. Von Ferdinand Rathke

Eine Geste, die sich in der Offenbacher Stadthalle oft wiederholen wird, wo das unter dem harschen Motto „Death To Infidels“ anberaumte Konzert zum 30-Jahre-Bühnenjubiläum der US-Metal-Krieger Manowar wegen einer Bombendrohung beinahe ausgefallen wäre. Nach knapp 80 Minuten setzt sich das von den Vorgruppen Metalforce und Holy Hell pünktlich eröffnete Spektakel mit reichlich Verspätung fort. Doch das Quartett präsentiert sich nicht nur wegen des erstaunlich sparsamen Bühnenambientes als Schatten seiner selbst: Sehr zum Verdruss zahlloser Fans stellen Sänger Eric Adams, Bassist Joey DeMaio, Gitarrist Karl Logan und Schlagzeuger Donnie Hamzik überwiegend Material aus der jüngeren Vergangenheit vor, statt zum Jubiläum Klassiker in den Mittelpunkt zu stellen.

Aufgelockert werden zähflüssige Prog-Metal-Hymnen wie „Hand Of Doom“, „Die With Honor“ und „Swords In The Wind“ durch Joey DeMaios ellenlange Litaneien. Zwischendurch wird Volksnähe suggeriert, wenn ein aus dem Publikum willkürlich gewählter Fan auf die Bühne darf, um als Gitarrist seine Virtuosität unter Beweis zu stellen. Manuel aus Rostock spielt das Instrument tatsächlich recht gut, wird aber gnadenlos ausgeblendet, sobald die Band „The Gods Mad e Heavy Metal“ anstimmt. Und zum Finale sollten sich Manowar mal etwas anderes einfallen lassen als das stets gleiche Ritual, wenn DiMaio mit finsterem Blick die Saiten seines Basses einzeln ausrupft.

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