Mieze lässt Puppen tanzen

Die Pussy Cat Dolls bei ihrem Konzert in Frankfurt.

Zwischen Minirock und kniehohen Lackstiefeln blitzt nackte Haut hervor. Nur eine der fünf Sängerinnen zeigt kein Bein: Nicole Scherzinger. Die 30-jährige Frontfrau der Pussycat Dolls trägt zu den Stiefeln schottengemusterte Knickerbocker. Und auch sonst hat sie die Hosen an.

Das Konzert in der Frankfurter Jahrhunderthalle im Zuge der „Doll Domination World Tour“ erscheint über weite Teile wie eine Soloshow der brünetten Schönen.

Daran kann auch die Tatsache nichts ändern, dass Kimberley, Ashley, Melody und Jessica sich im Mittelteil des anderthalbstündigen Konzerts mit je einem eigenen Song präsentieren. Im Gegenteil: Anschließend ist sogar klar, dass Nicole nicht nur stimmlich hervorsticht, wie sie vor allem bei der Ballade „Hush Hush“ beweist, sondern auch in Sachen Charisma der Band Profil verleiht. Sie ist die Miezekatze, die ihre Puppen tanzen lässt.

Und tanzen, ja, das wiederum können sie alle sehr gut. Die Choreografien machen Spaß; genau wie die glitzernden Kostüme und die fünf Tänzer, die den sexy Powerfrauen mit lässigem Habitus Paroli bieten.

Umrahmt von grafischen Effekten, die über zwei Leinwände flimmern, hinterlegt mit eindrucksvollen Feuerfontänen, so tollen die Pussycat Dolls über die Bühne. Eine Gerüstkonstruktion schafft eine zweite Ebene, von der insgesamt drei Treppen herabführen – ideal für revueartige Einlagen, wie etwa bei der Interpretation von „Big Spender“. Die einzigen sichtbaren Instrumente auf der Bühne sind zwei Schlagzeuge, die ab und an zum Einsatz gelangen. Alle anderen Instrumentalklänge kommen vom Band.

Mit Ohrwürmern wie „Beep“, „Buttons“ und „I Don’t Need A Man“ vom Vorgängeralbum „PCD“ eröffnen die Pussycat Dolls ihren Auftritt. Nach einem temporeichen ersten Drittel wird es eher betulich. Weniger eingängige Stücke des neuen Albums „Doll Domination“ kommen zu Ohren. Später wird anhand eines Bilderreigens die Bandgeschichte – von der Tanzgruppe in Pin-Up-Kostümen zur gefeierten Girl-Group – umrissen und ein „Dance Contest“ mit Freiwilligen aus dem Publikum ausgetragen. Das erinnert an amerikanische Highschool-Feste.

Auf den ultimativen Pussycat-Dolls-Hit „Don’t Cha“ aus dem Jahr 2005 müssen die Zuhörer bis zur Zugabe warten, wie auf das aktuellere, ebenso mitreißende „When I Grow Up“. Seltsam ist, dass nicht einmal das Finale die Fans im dicht gefüllten Innenraum in euphorische Bewegung versetzt. Obwohl die Musik zum Tanzen wie geschaffen ist, verharrt die Masse statisch. Nur Handy Displays leuchten ununterbrochen ... ANKE STEINFADT

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