„Museum“ bringt Spitzenmusiker in Alte Oper

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Sebastian Weigle

Frankfurt - Von wegen museal: Frischer Wind weht in den Museumskonzerten der kommenden Saison. Zehn Programme sind es wiederum, die in der Alten Oper neue Einblicke in die so genannte Klassik gewähren und natürlich auch sinfonisch Bewährtes nicht außen vor lassen. Von Klaus Ackermann

Dabei steht das Frankfurter Opern- und Museumsorchester im Mittelpunkt, von seinem Chefdirigenten Sebastian Weigle und weiteren Pultstars geleitet. Neue Gesichter auch bei den hochrangigen Solisten einer Reihe, die Weigles Handschrift trägt.

Schon der Auftakt ist ein Paukenschlag: David Garrett, als Weltklassegeiger ein Grenzgänger, gibt sich hochromantisch – mit Max Bruchs berühmtem Violinkonzert zwischen Griegs „Peer Gynt“-Suite und Tschaikowskys vierter Sinfonie platziert. Mit „Tanzmusik“ beteiligt sich das „Museum“ am „Auftakt“-Festival. „Dance Figures“ nennt George Benjamin sein Stück, dem in diesem Jahr das Komponistenporträt gewidmet ist. Tänzerischen Schwung hat auch das 2. Klavierkonzert von Chopin, vom Russen Alexei Volodin gestaltet, schließlich erklingt noch Prokofjews Ballettsuite „Romeo und Julia“.

Zum internationalen Nachwuchs zählen die Brüder Oscar und Claudio Bohórquez, die mit dem Brahmskonzert für Violine und Violoncello ihr Frankfurt-Debüt geben. Eine hoch geschätzte russische Geigenfrau ist Alina Pogostkina, die das Violinkonzert von Alban Berg spielt. Es dirigiert Bertrand de Billy, der mit der vierten Sinfonie den Brahms-Schwerpunkt der Saison untermauert.

Mendelssohn, Haydn und Richard Strauss verbindet Sebastian Weigle, der allein fünf Museumskonzerte dirigieren wird. Darunter eine Uraufführung der ungewöhnlicheren Art. Kein Geringerer als der weltweit gefeierte Jazzer Branford Marsalis spielt den Solopart im Konzert für Saxofon und Orchester des Berliner Zeitgenossen Peter Aderhold. Und setzt mit Claude Debussys Rhapsodie für Saxofon und Orchester noch einen drauf.

Wird beim Stelldichein der Frankfurter Spitzenchöre Gerd Albrecht das Stabat mater von Antonin Dvorak dirigieren, so stellt der polnische Dirigent Michal Dworzynski die erst 19-jährige Südkoreanerin Hyeyoon mit Mendelssohns Violinkonzert vor. Szymanowski und Zemlinsky sind weitere Pole des Programms. Mozart und die Romantiker Schumann und Grieg (Klavierkonzert) bestimmen die von Gilbert Varga dirigierten Museumskonzerte mit der russischen Pianistin Anna Vinnitskaya. Während Kristjan Järvi mit dem Solisten Johannes Moser und dem Cellokonzert von Lalo einen originellen Programmpunkt beisteuert, die Sinfonia India des Mexikaners Carlos Chavez (1899-1978).

Bei den sieben Kammerkonzerten stellt sich erstmals das Frankfurter Streichoktett vor aus Mitgliedern des Museumsorchesters sowie des hr-Sinfonieorchesters vor. Auch das Emerson String Quartet kommt in die Alte Oper, wo sich mit dem in Frankfurt geborenen Cellisten Leonard Elschenbroich und den pianierenden türkischen Zwillingsschwestern Ferhan und Ferzan Önder renommierte Neulinge einstellen.

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