Saisonfinale der Museumskonzerte

Guter Ton als Ansichtskarte

Frankfurt - Reisefieber, Tendenz steigend, beim Saisonfinale der Museumskonzerte. Das lag weniger am perfekt gestalteten Brahms-Violinkonzert mit Arabella Steinbacher als Solistin. Eher an den sinfonischen Dichtungen Ottorino Respighis (1879-1936). Von Klaus Ackermann 

Nicht zuletzt waren diese eine Demonstration der hohen Qualität des Opern- und Museumsorchesters, die der griechische Dirigent Constantinos Carydis zu locken verstand.

Behutsam entwickelt Carydis die musikalischen Gedanken des orchestralen Einstiegs ins Violinkonzert D-Dur von Brahms, um beim markanten Dreiklangs-Thema gestalterischen Druck aufzubauen. Eine innere Spannkraft, die Steinbacher aufnimmt, die lange auf ihren ersten Einsatz warten muss, dann aber erhaben der elegischen Grundstimmung zuspielt. Dass ihre Stradivari einen groß aufblühenden, warmen Ton hat, weiß man. Auch dass die Münchnerin ein Wunder an Präzision ist. Hinzu tritt jetzt eine erstaunliche Reife, ablesbar in den melodiösen Momenten des Mittelsatzes, an dessen Beginn eine kostbare Oboen-Kantilene steht. Tief empfunden auch von der Münchnerin, die im Rondo wie gelöst aufspielt, sich in die virtuosen Passagen und synkopierten Rhythmen hineinkniend.

Ohne eine Zugabe kommt der sympathische Weltstar natürlich nicht weg, hier der zweite Satz aus der Solosonate von Prokofjew. Sie spiegelt den kompositorischen Zeitgeist ebenso wie die sinfonischen Dichtungen „Fontane di Roma“ und „Pini di Roma“ von Respighi. Dass der aus Bologna stammende Tonsetzer die französischen Impressionisten schätzte, lässt schon die Instrumentation mit Celesta, Klavier, Orgeln und vielen Glocken erkennen.

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Am „Fontana di Trittone“ etwa treiben Nymphen und Gefährten des Neptuns Schabernack. Feierlich wird’s, wenn der Meeresgott samt Gefolge am Trevi-Brunnen paradiert - und die Blechbläser sich mit der großen Orgel verbünden. Nachtstimmung dagegen vor der Villa Medici, mit kristallinen Orchesterklängen, die sanft entschwinden. Auch die Pinien haben viel zu erzählen. Am Eingang einer Katakombe mutieren sie zu Trauerweiden, Grabesruhe suggerieren tiefe Streicher. Auf dem Janiculus-Hügel wiegen sie sich im Mondschein, bei zauberhaftem Klavier-Kolorit und einer Klarinetten-Melodie, die in eingespieltem Nachtigall-Zwitschern zerrinnt. Marschmäßig geht es auf der Via Appia zu. Laut Resphigi eine Vision vom alten Rom mit viel Schmetterblech. Und mit einem mächtigen Schlag beerdigen hart arbeitende Pauker die Museums-Saison.

Rubriklistenbild: © Archiv- und Symbolbild: Hübner/Ulrich

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