Musikfest der Power-Frauen

Offenbach - Wenn diese drei Frauen gemeinsam musizieren, gerät das meist zu beifallumrauschtem Musikfest. Von Reinhold Gries

So auch in der vor 250 Jahren geweihten Rumpenheimer Schlosskirche, als die Frankfurter Sopranistin Sina Oskedra, die Offenbacher Mezzosopranistin Johanna Krell und westfälische Harfenistin Jenny Ruppik „voll aufdrehten“. Ruppik bot auf dem Nachbau einer Doppelpedalharfe von 1820 Meisterliches. Nicht nur als rhythmische, zuweilen fast perkussionistische Antreiberin. Ihre Soli, Alphonse Hasselmanns „La Source“ und Ekaterina Walter-Kühnes „Phantasie über die Oper Eugen Onegin von Peter Tschaikowsky“ wirkten zauberhaft wie mitreißend. Ruppik agierte auf 47 Saiten wie auf einem Konzertflügel, aber mit edlerem Klang.

Mit voluminös präludierendem Vorspiel bereitete sie den Sängerinnen den Boden, den man für Georg Friedrich Händels Xerxes-Arie „Ombra mai fu“ braucht. Krell und Oskedra machten daraus ein farbenreiches Duett. Als Meisterin barocken Seelengesangs zeigte sich Krell als gefangene Comtessa aus dem „Rinaldo“, samt gekonnt eingestreuter Verzierungen.

Bei Giovanni Franceso Giulianis „Duetti Notturni“, dessen Gitarrenpart Ruppik virtuos auf die Harfe übertrug, entwickelten Krell und Oskedra schöne Largo-Harmonien, tänzerisches Allegretto, zärtliches Larghetto und duftiges Andante. Exzellente Feinabstimmung unterstrichen die Solistinnen auch in Mestasio-Canzonetten zu Luigi Cherubinis „La Libertá á nice“. Spirituelle Tiefe verbreitete Saint-Saens „Ave Maria“, bevor die „Barcarole“ aus Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ und Rossinis buffoneskes Katzen-Duett die finale Pointe setzten.

Rubriklistenbild: © pixelio.de/Gabi Schönemann

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