Musik begeistert digital und analog

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Teure Instrumente und edle Oldtimer-Fahrzeuge sind in den Messehallen vereint.

Die Szene spricht Bände: An der Wand hängen Gitarren wie Schmuckstücke in Goldrahmen. Davor sitzt ein junger Mann mit Kopfhörern vor einem Laptop – ein typisches Bild für die Musikmesse, die heute in Frankfurt beginnt. Von Sandra Trauner

Denn vieles, was bis zum Samstag die Herzen der Profis höherschlagen lässt, bleibt für Laien unsichtbar. Echte Neuerungen sind digital. Blickfang der 42. Musikmesse ist eine große Ausstellung mit historischen Instrumenten, dekorativ zwischen Oldtimer-Autos. Einige sind so wertvoll, dass sie als Geldanlage infrage kommen. Nebenan klampfen Gitarristen, die selbst aussehen wie Museumsstücke.

Junge Besucher interessieren sich eher für sogenannte Musik-Apps. Zum Beispiel das „Ampkit“, ein kleines weißes Kästchen, das Gitarre und Smartphone verbindet und Aufnahmegerät, Effektmaschine und Verstärker in einem ist. Innovationen dieser Art gibt es viele: eine komplette Studio-Software für unterwegs; eine App, die es ermöglicht, mit dem Smartphone Gitarre zu spielen; eine Synthesizer-Station fürs iPad; einen Verstärker, mit dem jeder seine Lieder virtuell aufnehmen kann.

Elektronische Instrumente um 23 Prozent mehr gekauft

Überraschende Neuigkeiten gibt es auch bei den „analogen“ Instrumenten: Das Akkordeon feiert eine Renaissance. Nach Branchenangaben stieg die Nachfrage um 34 Prozent, elektronische Instrumente wurden um 23 Prozent mehr gekauft. Zu den Verlierer zählen Streich- und Zupfinstrumente, die um 22 Prozent einbüßten.

Auf der Messe gibt es Gitarren aus afrikanischem Holz, ein Klavier mit einfahrbarer Tastatur im Porsche-Design, ein Mini-Schlagzeug für Kinder. Mehr als 30 000 Produkte sind zu sehen – Instrumente, Software, Noten, Zubehör aller Art. Der ziegelsteindicke Katalog verzeichnet zirka 1 000 Workshops, Produktvorführungen, Wettbewerbe, Konzerte, Autogrammstunden und Shows.

Unter anderem haben sich Silbermond, Stefanie Heinzmann, The Boss Hoss und John McLaughlin angekündigt, die meisten spielen am Samstag, dem Publikumstag. Bis dahin ist die Messe nur für Fachbesucher geöffnet. In Vorjahr waren 77.600 Besucher gekommen. Zur Eröffnung wurde gestern der Live Entertainment Award vergeben, eine Auszeichnung der Veranstaltungsbranche. Unter das Dach dieser Gala ist auch der mit 15.000 Euro dotierte Frankfurter Musikpreis geschlüpft, der an die Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter geht.

Export zieht merklich an

Die weltgrößte Messe rund um das Thema Musik freut sich über eine Rekord-Teilnehmerzahl. Die Krise ist überwunden, berichten die Branchenverbände. Der Export zieht merklich an. 2011 erwarten die Hersteller „leicht steigende Umsätze“, fasste Messegeschäftsführer Detlef Braun zusammen – und meldete einen Ausstellerrekord. 1511 Aussteller aus 55 Ländern zeigen ihre Neuheiten auf der Messe, vor allem Instrumente, Noten, Technik und Musiksoftware. Dazu kommen 873 Aussteller bei der Begleitausstellung Prolight + Sound.

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