Max Mutzke

Burgfestspiele: Durcheinander mit Groove

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Max Mutzke.

Dreieich - Sich als Weißer an einem Album voller Soul-Songs zu versuchen und mit Legenden wie Al Green, James Brown oder Marvin Gaye zu messen, ist mutig. Stefan-Raab-Entdeckung Max Mutzke versucht es zumindest. Von Maren Cornils

Ist der Interpret obendrein Deutscher und kombiniert Klassiker wie Marvin Gayes „What’s Going On“ oder James Browns „It’s a Man’s Man’s Man’s World“ auch noch mit eigenen Kompositionen, die irgendwo zwischen Funk, Soul und Jazz angesiedelt sind, ist das entweder Wahnsinn oder ein gelungenes Experiment.

„Durcheinander“ heißt dieses Experiment, und weil dahinter die Stefan-Raab-Entdeckung Max Mutzke steht, kann sich das Ergebnis auch mehr als hören lassen. So präsentiert der sympathische Schwarzwälder am Freitag in der Hayner Burg mehr als zweieinhalb Stunden feinsten Jazz und schafft es mit seiner mitreißenden Art bereits beim zweiten Titel, sein Publikum von den Sitzen zu holen. Begleitet vom Trio „Monopunk“ gibt Mutzke – lässig in Boots, Weste und Ballonmütze im 20er Jahre-Stil gewandet - Titel seines neuen Albums „Durcheinander“ zum Besten, darunter Coverversionen wie „Telefon“ aus der Feder von Anette Humpe oder auch Radioheads Hymne „Creep“.

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„Lasst es einfach raus, macht euch frei und gebt mir den Groove“, fordert Mutzke seine Fans mit James-Brown-Stimme auf: „Es fühlt sich dann auch hier oben viel besser an, yeah.“ Ein Wunsch, dem das Publikum unverzüglich nachkommt. Die Zuschauer klatschen, intonieren lautstark die Refrains und unterbrechen Mutzkes Darbietung mit reichlich anerkennenden Pfiffen und spontanem Zwischenapplaus.

Auftakt der Burgfestspiele

Auftakt der Burgfestspiele 2013

Ob Klassiker wie Stevie Wonders „Isn’t She lovely“ oder deutsche Titel wie „Sommerregen“, „Du und Ich“ oder der Eurovisions-Song-Contest-Nummer „Can’t Wait Until Tonight“ – der zu Beginn seiner Karriere stets etwas unsicher wirkende Max Mutzke zeigt, dass er sich längst zu einem ernst zu nehmenden musikalischen Schwergewicht gemausert hat. Mit seiner Ausstrahlung, seiner einzigartigen Stimme, einer Prise Humor und viel Authentizität versteht es das bekennende „Landei“, sein Publikum zum Rasen zu bringen. Seine Begleiter sind daran nicht ganz unschuldig, gibt Mutzke seinen drei Mitstreitern doch reichlich Möglichkeit, ihr Können an Bassgitarre, Schlagzeug und Keyboards mit ausladenden Soli und langen instrumentalen Spielereien zu beweisen. Ein Ohrenschmaus für alle Soul-Freunde!

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