Nachhilfe für Wunschzettel

Er ist einer dieser Künstler, an die man sich irgendwie erinnert, wenn der Name fällt: Ach ja, richtig, der – macht der eigentlich noch Musik? Im Fall von Christopher Cross ist die Antwort ein klares Ja. Von Markus Schaible

Gerade erst hat der Grammy-Gewinner ein neues Album veröffentlicht („The Café Carlyle Sessions“), jetzt steht oder besser gesagt sitzt er auf deutschen Bühnen. Und immerhin ist er noch bekannt genug, dass die (bestuhlte) Neu-Isenburger Hugenottenhalle so gut wie ausverkauft ist.

Seine große Zeit liegt zwar lange zurück, doch zum alten Eisen darf man Cross, der eigentlich Christopher Geppert heißt, auch mit 58 Jahren nicht zählen. Schon beim ersten Stück, „Never Be The Same “ (1980), ist klar: Es wird ein musikalisch herausragender Abend. Ein großer Entertainer ist Cross nicht – er sitzt die ganze Zeit auf einem Barhocker, zwischendurch spricht über seine Songs, kommuniziert sonst aber nicht groß mit dem Publikum. Doch dafür fesseln er und seine vierköpfige Band die Zuschauer durch atmosphärisch dichte Softrock-Stücke, oft balladesk, aber auch mal mitreißend.

Dass die Musik im Mittelpunkt steht, wird auch durch die Klasse der Musiker deutlich: Schlagzeuger Dave Beyer, die beiden Kölner Ulf Weidmann (Piano) und Sascha Delbrouck (Bass) sowie Andy Suzuki (Blasinstrumente) glänzen ein ums andere Mal. Besonders Suzuki erntet immer wieder spontanen Beifall.

Ins Programm seiner größten Hits wie „Sailing“, dem Oscar-prämierten „Arthur’s Theme“ (aus dem Film „Arthur – Kein Kind von Traurigkeit“) und natürlich „Ride Lik e The Wind“ mischt Cross weniger bekannte Stücke wie „Walking In Avalon“, „Open Up My Window“ oder „In A Red Room“, die qualitativ keinesfalls abfallen. Und in den abgespeckten Unplugged-Versionen klingen sie zwar vertraut, aber doch anders, was das Konzert zusätzlich interessant macht.

Sogar ein selbst geschriebenes Weihnachtslied gibt er zum Besten. Und nach diesem durchaus gelungenen, wenn auch mit eineinhalb Stunden etwas kurzen Konzert dürfte auf dem einen oder anderen Wunschzettel das neue Album von Christopher Cross stehen.

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