Nächste Klappe im Streit um Rommel-Film

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Schauspieler Ulrich Tukur (als Erwin Rommel) posiert bei Dreharbeiten zum Film "Rommel"

Stuttgart - Im Streit um die Verfilmung der letzten Monate von Generalfeldmarschall Erwin Rommel (1891-1944) fällt die nächste Klappe. Wieso sich die Familie und das Filmteam erneut streiten:

Produzent Nico Hofmann, Chef der Firma Teamworx, verwahrte sich gegen erneute Kritik der Familie des “Wüstenfuchses“, die wachsende Kluft des Generals zum Naziregime werde unzureichend dargestellt.

“Mit dem Revisionismusvorwurf wird eines der wichtigsten ARD-Projekte dieses Jahres denunziert“, sagte Hofmann am Montag in einer Mitteilung. Es sei bedauerlich zu sehen, dass die Familie Rommel einen verfrühten Historikerstreit vom Zaun brechen wolle. Er habe der Familie sogar angeboten, den Film im Schnitt anzuschauen. “Unser Film muss am Ende des Tages vor der gesamten Historikerzunft und der Weltöffentlichkeit Bestand haben und nicht nur ausschließlich vor der Familie Rommel“, sagte Hofmann.

Er sei immer zum Dialog mit der Familie bereit gewesen, teilte Hofmann weiter mit. Der beratende Historiker, Peter Steinbach, sieht in dem Umstand, dass der Film auch auf Recherchen des Buchautors David Irving basiere, kein grundsätzliches Problem. Irving sei ohne Zweifel ein strafrechtlich verurteilter Holocaust-Leugner. “Das hat aber nichts mit den Recherchen zu tun, die sein Rommel-Bild ermöglichten. Seine Darstellung wurde von allen Rommel-Biografen genutzt.“

Die Enkelin des Generalfeldmarschalls, Catherine, hatte in einem Interview der “Bild am Sonntag“ moniert, dass Szenen des Film-Drehbuchs nachweislich der Darstellung von Irving entsprängen. “Braune Soße und Ansichten eines Ewiggestrigen darf man nicht im Film verarbeiten“, hatte sie der Zeitung gesagt. Die Produktionsfirma empfindet die Äußerungen laut Hofmann als denunzierend und prüft rechtliche Schritte.

Der SWR-Film “Rommel“ skizziert die letzten Monate im Leben des Wehrmachtsgenerals. Bis heute ist es in Expertenkreisen umstritten, wie der Generalfeldmarschall historisch einzuordnen ist. Die Dreharbeiten haben Anfang September begonnen. Der Streifen soll im Herbst 2012 in der ARD zu sehen sein.

dpa

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