Fulminanter Auftritt

Nelly Furtado rockt und rappt

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Gereckte Faust: Die portugiesisch-kanadische Sängerin füllte schon größere Hallen, blüht aber im intimen Rahmen auf.

Neu-Isenburg - Sie rockt. Und sie rappt. Mit einer Energie und Durchschlagkraft, die man der kleinen Frau mit dem ebenmäßigen Gesicht gar nicht zutrauen würde. Vielseitig zeigt sich Nelly Furtado schon immer. Live auf der Bühne veranstaltet sie wahre Sound-Gewitter. Von Anke Steinfadt

Und dann wieder trällert sie luftig, leicht, ja mädchenhaft, beispielsweise „I’m Like A Bird“, jenen Song, der sie Anfang der 2000er-Jahre weltweit bekannt gemacht hat. Die Kunst, musikalische Kontraste glaubwürdig nebeneinander zu präsentieren, zeichnet die Sängerin und Songschreiberin aus.

Von der Eröffnung mit dem Titelsong des aktuellen Albums „The Spirit Indestructible“ bis zur letzten Zugabe, dem Mega-Erfolg „Maneater“ führt Nelly Furtado die Fans souverän und leichtfüßig zugleich durch den rund 90-minütigen Abend. Begleitet wird sie von einer sechsköpfigen, wollbemützten Band und einer Backgroundsängerin, die sie auf ideale Weise unterstützt und mit vollem Körpereinsatz die Stimmung anheizt.

Über allem thront Nelly Furtado mit ihrer markanten Stimme, die von elfenhaft über klirrend bis erdig alle Nuancen beinhaltet. Die meiste Zeit steht sie dicht am Bühnenrand, sucht den Kontakt zum Publikum in „Niew Eisenbörg“, wie sie es sagt.

Die Stimmung in der Hugenottenhalle ist klasse. Vor einigen Jahren hat die Kanadierin portugiesischer Herkunft bedeutend größere Säle gefüllt. Doch der vergleichsweise intime Rahmen dieser Tournee steigert den Erlebnisfaktor. Ganz ohne gängiges Bühnenbrimborium, alleine durch drapierte Stoffbahnen, die in wechselnden Farben beleuchtet werden, bestreitet die 34-Jährige ihre Show. „Forca“, der offizielle Titelsong zur EM 2004 in Portugal darf natürlich nicht fehlen, genauso wenig wie „Broken Strings“, „Powerless“ und „Promiscuous“.

Bilder vom Konzert

Nelly Furtado in Neu-Isenburg

Es ist ein Best-Of-Abend angereichert mit einer Handvoll neuer Stücke, die Furtados Stil-Vielfalt unterstreichen und allesamt überzeugen. Im Laufe des Abends spielt sie auch Ukulele und eine weiße Gitarre. Einmal ruft sie „Lauter“ in einen Refrain hinein, den das Publikum textsicher skandiert. Sie singt ein Duett mit dem Tour-Support Dylan Murray neben Coverversionen von Timbalands „Give It To Me“ und Madonnas „Like A Prayer“. Im Mittelteil verbreitet sie entspannte Nachtclub-Atmosphäre unter anderem mit „Quando, Quando, Quando“. Zum Abschluss kracht es noch einmal richtig und neonfarbene Federboas wedeln durch die Luft.

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