Marteria-Konzert in Hugenottenhalle

Feiern bis der „Endboss“ kommt

+
Marteria in Neu-Isenburg

Neu-Isenburg - Beim Marteria-Konzert in der Hugenottenhalle geht es heiß her: Bengalische Fackeln in der Hand des Sängers - Pyrotechnik auf der Bühne. Davor brennt sprichwörtlich die Tanzfläche, weil Marteria einen Hit nach dem anderen abfeuert. Von Ronny Paul

Schon zu Beginn lässt der 32-jährige Rostocker Hip-Hopper Marteria keine Zweifel daran, dass er eine große Party feiern will. Er beginnt das Konzert gleich mit seinem aktuellen Radiohit „OMG“ und schiebt nach weiteren zwei Liedern noch eine Hitsingle nach: Kids (Zwei Finger an den Kopf) – zu hören auf seinem neuen Langspieler „Zum Glück in die Zukunft II“. So versetzt er das Publikum sofort in Partylaune, die bis zum Konzertende anhält.

Den Song „Bengalische Tiger“ untermauert der bekennende Hansa Rostock-Fan mit den eingangs erwähnten „Feuerspielen“. Für das Lied „Lila Wolken“ begleitet ihn die Berliner Sängerin Miss Platinum. Danach tritt Marteria nach knapp 40 Minuten ab und überlässt der Berlinerin für zwei Lieder ihres neuen Albums „Glück und Benzin“ das Rampenlicht.

Fußballer, Modell, Musiker

Dann taucht die ausverkaufte Hugenottenhalle in dunkelgrünes Licht und Rauchschwaden steigen auf. Marteria steht im grünen Kostüm und maskiert auf der Bühne. Die Verkleidung stellt Marterias durchgeknalltes Alter-Ego Marsimoto dar. Dessen technisch veränderte, Micky Maus-ähnliche Stimme, bei Songs wie „Ich bin dein Vater“, und die wesentlich aggressiveren Textinhalte, heben sich bewusst stark von Marterias Auftritt ab. Bei Marsimoto wird es teilweise mit verzerrten E-Gitarren sogar richtig „rockig“. Marteria kommt zum „Endboss“ zurück.

Im Lied beschreibt er mit viel Selbstironie, sein bewegtes Leben vom Fußball-Junioren-Nationalspieler und Fast-Profi bei Hansa Rostock, zum weltweiten Modell für Diesel und Hugo Boss-Mode, als Schauspielstudent in Berlin und schließlich als Musiker. Marten Laciny, so Marterias bürgerlicher Name, beschreibt, wie er mit Leichtigkeit - analog zu einem Videospiel - in verschiedenen Ebenen sein Leben durchläuft. Der „Endboss“ ist die Prüfung vor Ende des jeweiligen Abschnitts. „Ich spring von Level zu Level zu Level bis der Endboss kommt“, singt Marteria und das bunt gemischte Publikum springt munter mit: Feiern bis der „Endboss“ kommt.

Bilder des Konzerts in Neu-Isenburg

Marteria in der Hugenottenhalle

Marteria beweist mit seinem neuen Album und der aktuellen Tour, dass er mit seinen Textinhalten ein breites Publikum anspricht. Neben der 13-jährigen Schülerin mit elterlichem Anhang und dem mitdreißiger Rocker mit Lederjacke und Vollbart, springt auch der Hip-Hopper im Kapuzenpulli zur Musik in der Hugenottenhalle auf und ab. Dabei schafft Marteria es, mit viel Witz und scharfen gesellschaftskritischen Aussagen in seinen Texten, sowie moderner Musik, dem Gangsterjargon der Haftbefehls und Buschidos so fern zu bleiben wie Hansa Rostock der deutschen Meisterschaft. Das Böse überlässt er ohnehin lieber seiner zweiten Persönlichkeit: Marsimoto.

Hip-Hop-Jam in Offenbach

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare