Neue Musik im Aufwind

Donaueschingen, das Festival Maerzmusik, die Kammermusiktage in Witten: Es sind die herausragenden Kulminationspunkte der Auseinandersetzung mit moderner und zeitgenössischer Musik in Deutschland, die Roland Diry vom Ensemble Modern aufzählt. Von Stefan Michalzik

In dieser Größenordnung könnte, wenn es nach ihm geht, künftig ein weiteres Festival mitspielen: „Rotor“ nennt sich das neu kreierte „Festival der Gegenwartsmusik für die Metropolregion Rhein-Main“.

Dass die sechs beteiligten Institutionen unter Regie des Kulturfonds Rhein-Main derart geschwind eine hochkarätige Veranstaltung zuwege gebracht haben, dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass die zentralen Protagonisten, das Ensemble Modern und das in Darmstadt ansässige Internationale Musikinstitut, gut miteinander vertraut sind. Das Internationale Musikinstitut veranstaltet die 1946 begründeten Ferienkurse für Neue Musik, einen ebenfalls zu den zentralen Orten zeitgenössischen Musikschaffens gehörigen Hort der kompositorischen Avantgarde. Das Ensemble Modern ist dort eine Art Hausorchester.

Die Darmstädter Tradition spielt bei der ersten Ausgabe vom 25. bis 27. September eine Rolle. Unter dem Dirigenten Franck Ollu führt das Ensemble Modern am Freitag, 25. September, Werke des Amerikaners Edgard Va rèse, von Luigi Nono und Tannis Xenakus auf.

Die Ausstrahlung der Darmstädter Kurse auf andere Teile der Welt untersucht ein asiatisches Programm am Samstagabend in der Hochschule für Musik, das um den japanischen Komponisten Joji Yuasa herum gebaut ist. Es handelt sich um das erste von zwei Konzerten mit Teilnehmern der als Masterstudiengang an der Hochschule eingerichteten Internationalen Ensemble Modern Akademie in der Frankfurter Musikhochschule. Luciano Berio, Pierre Boulez und Helmut Lachenmann sind die Komponisten des zweiten Konzerts an der Hochschule am Sonntagnachmittag. Das Stück „sur incises“ für drei Klaviere, drei Harfen und drei Schlagzeugspieler von Pierre Boulez ergänzt neben Arbeiten von Karel Goeyvaerts und Bernd Alois Zimmermann am Sonntag um zwölf Uhr das Boulez-Porträt beim „Auftakt“ der Alten Oper. Abends folgt die Aufführung von Heiner Goebbels’ „Eislermaterial“ im Mousonturm (20 Uhr). Ein Podium beschäftigt sich mit Neuer Musik in der Region.

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