Neue Musik für breites Publikum

Frankfurt (zib) - Bis Mitternacht dauern manche Konzerte, drei Tage lang sollen Frankfurt und Darmstadt im Zeichen der Neuen Musik stehen: „ Cresc . . . “ heißt das Festival vom 25. bis 27. November.

„Das Rhein-Main-Gebiet ist immer eine Region der Moderne gewesen“, findet Wolfgang Diry, Mitglied des Ensemble Modern, das mit dem Hessischen Rundfunk diese erste „Biennale für Moderne Musik“ ausrichtet.

Der Name spielt an auf das Crescendo, also das Wachsen, das Lauterwerden: „Wir möchten kein Festival für ein Spezialistenpublikum“, sagt Andrea Zietzschmann, Musikchefin des Hessischen Rundfunks, bei der Vorstellung des Programms. „Musik und Raum“ lautet das Motto der acht Konzerte, anderem im Sendesaal am Dornbusch, im Frankfurt LAB sowie in der Darmstädter Böllenfalltorhalle.

Einen Schwerpunkt bildet Musik von Iannis Xenakis. Bei der Aufführung seines Orchesterwerks „Terretektorh“ kann sich das Publikum frei zwischen den Instrumentalisten bewegen. Dem vor zehn Jahren gestorbenen Franzosen griechischer Herkunft ist auch das begleitende Symposium „Xenakisperspektiven“ gewidmet.

Xenakis’ Musik neu abmischen

Die Biennale bietet laut Diry eine große Chance, Institutionen in der Region einzubeziehen. Beteiligt sind die Internationale Ensemble Modern Akademie, das Institut für zeitgenössische Musik der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst sowie das Internationale Musikinstitut Darmstadt. Dessen Direktor Thomas Schäfer erinnerte daran, dass Xenakis als Student wie als Lehrer häufig an den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik beteiligt war. In der Darmstädter Diskothek „603qm“ soll das Berliner Musikerkollektiv „zeitkratzer“ Xenakis’ Musik neu abmischen – damit wollen die Programmgestalter gezielt junges Publikum ansprechen.

Eröffnet wird „Cresc...“ am Freitag, 25. November, mit einem Konzert von Ensemble Modern und hr-Sinfonieorchester im Frankfurter Sendesaal, wo am Sonntagnachmittag des 27. November auch das Abschlusskonzert stattfindet. Zu dem Festival, das unter anderem vom Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main unterstützt wird, ist auch das renommierte Pariser Ensemble Intercontemporain eingeladen. Und für die übernächste Biennale 2013 hätten, verriet Diry, bereits zahlreiche Spezialisten-Ensembles angefragt.

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