Neuer Stern des Pop

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Zaz bei ihrem Auftritt in der Stadthalle.

Zaz nimmt die Herzen im Sturm. Männer wie Frauen, Junge wie Ältere betört die französische Sängerin. Von Stefan Michalzik

Dafür schlugen 2010 in der Heimat die Wogen des Erfolgs samt Spitzenposition in der Hitliste gleich nach Erscheinen des nach ihr benannten Debüts hoch; auch in Deutschland, wo das Album einige Monate später herauskam. Im Zuge dieses sagenhaften Aufstiegs wurde das Konzert von der Frankfurter Brotfabrik ins Offenbacher Capitol, zuletzt in die mit 4000 Besuchern ausverkaufte Stadthalle verlegt. Die beschwingte Leichtigkeit der Musik nimmt für sich ein. Dabei handelt es sich um bewährte Kost. Zaz vermag zu bezaubern, nicht jedoch zu überraschen.

Chanson, Gypsyswing und Jazz: Die Mischung ist konventioneller Natur. Als Einwand ist das nicht gemeint; schließlich will derlei gekonnt sein. Und das ist es bei Zaz. In zeitlos anmutender Weise knüpft sie an die Tradition des Chansons an und fügt einen Popappeal hinzu, eine gewisse Schlagerhaftigkeit auch. Die von der 31-jährigen, als Isabelle Geffroy in Tours geboren, überwiegend selbst verfassten Texte wollen ein Gefühl von Ermutigung und Stärkung in Liebesdingen vermitteln.

Mit dem Existenzialismus einer Edith Piaf – von Kritikern vergleichend herangezogen – hat dieser sprühende Optimismus wenig gemein. Die als Zugabe gebrachte Piaf-Nummer „Dans ma rue“ offenbart, dass die Sängerin mit der kehligen Stimme dies in einer Manier kann, die einesteils eine Verbeugung vor dem großen Vorbild darstellt, zugleich aber Eigenständigkeit behauptet. Die Zuschreibung „neue Piaf“ sollte ihr niemand antun.

In ihrer Bühnendarstellung wirkt Zaz höchst natürlich. Ihre Show ist so souverän wie dramaturgisch konventionell; samt einer Akustik-Einlage, bei der sie sich mit einem Bandmitglied auf Gitarren begleitet. Zaz baut vom ersten Moment an Kontakt zum Publikum auf, inklusive Aufforderung zum (den Hörgenuss mindernden) Mitklatschen; manch Ansage verliert sich in ausuferndem Geplänkel.

Aber nichts dagegen! Wo Lena Meyer-Landrut, die das ja nicht schlecht macht, mit Professionalität aufwartet, offenbart Zaz Persönlichkeit. Da ist ein neuer Stern am Pop-Himmel aufgegangen.

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