Nicht nur für Pink haut er drauf

Eines liegt Mark Schulman zu Beginn des Gesprächs mit dem OP-Autoren besonders am Herzen: „Please spell my name correctly - it's Mark with a ,k' and Schulman with an ,u'.“ Als ob man auf die Idee hätte kommen können, den Schulman mit einem „School-Man“ zu verwechseln - auch wenn er an diesem Tag tatsächlich in einer Schule zugange ist. Von Jens Dörr

Morgens vor 140 Zehntklässlern in der Goetheschule Dieburg, abends mit Megastar Pink auf der Bühne in der ausverkauften Frankfurter Festhalle: Der vergangene Freitag hätte für Schulman kaum kontrastreicher verlaufen können. Doch das, was beide Veranstaltungen verbindet, ist das Entscheidende: Bei beiden Events kann der Star-Schlagzeuger ausgiebig seiner Passion frönen und kräftig Becken, Trommeln und Hi-Hat bearbeiten. Das gefällt den Dieburger Zehntklässlern, das gefällt den Pink-Fans in der Festhalle und das gefällt nicht zuletzt Schulman selbst. Und es wird auch den Besuchern der Frankfurter Musikmesse gefallen, auf der Schulman heute um 11.30 Uhr (Agora-Stage) auftritt.

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Der Drummer aus Los Angeles ist kein Musiker wie jeder andere. Gewiss, flippiges Styling und Coolness in jeder Pore sind Attribute, ohne die man sich Schulman kaum vorstellen kann. Auch sind die Motive, wegen denen Schulman einst mit der Musik begann, nicht besonders exotisch: „Ich erinnere mich noch daran, wie ich zusammen mit meinem Bruder die Beatles im Fernsehen sah“, erzählt der US-Boy. „Ich sah Ringo das Schlagzeug spielen und dabei hat sich tief in mir etwas verändert. Vor allem aber sah ich die kreischenden Mädchen - und in diesem Moment dachte ich: Das will ich!“ So weit, so gewöhnlich. Gewiss eher ungewöhnlich für einen Musiker, der noch bis Ende 2010 Pink auf ihrer „Funhouse“-Tour begleiten wird, ist aber Schulmans grundsätzliche Einstellung als Rock- und Popmusiker: Entgegen vieler Klischees steht der 47-Jährige, der wie 37 aussieht, für einen äußerst disziplinierten und gesunden Lebensstil.

Bilder von Mark Schulmann

Pink-Drummer in der Schule

Mit seiner Einstellung möchte Schulman den jungen Menschen ein Vorbild sein. Dazu gehört auch, dass er sich bei seinen Workshops wie beispielsweise in der Goetheschule - veranstaltet hatte diesen die Dieburger Modern Music School - nicht abgehoben und vielmehr äußerst volksnah zeigt: Erst einmal verlässt er die Bühne, streift durch die Aula und musiziert mit Tic-Tac-Päckchen. Hier und da streicht er einem Schüler über den Kopf, dann kehrt er zur Bühne zurück und legt das erste Solo hin.

Vor allem aber erzählt er aus seinem Leben. Udo Lindenberg, Cher, Simple Minds, Foreigner, Billy Idol - die Liste der Künstler, für die Mark Schulman bereits aufs Schlagzeug gehauen hat, enthält elitäre Namen des Musikgeschäfts. So ganz schlecht kann der Musiker also nicht spielen. Da es dieses Beweises nicht mehr bedarf, konzentriert sich Schulman neben seinen Live-Gigs mit den Musik-Idolen dieser Zeit auf die Vermittlung seiner Botschaften an junge Leute. Dass Musik allerhand Positives bewirken kann, zählt dazu. „Musik ist ein gutes Medium, um bestimmte Ziele zu erreichen“, lautet ein weiteres Credo des Pink-Drummers.

Und, vielleicht am wichtigsten: „Mit Musik kannst Du so viele Emotionen erzeugen, und jeder versteht Dich“. Trotz der einen oder anderen Unsicherheit der Goetheschüler in der englischen Sprache verstanden so auch die Dieburger, was Schulman von ihnen wollte. Dessen Deutsch beschränkt sich nämlich auf die Sätze „Wie geht es Euch?“, „Wo sind die Toiletten?“ und „Ich liebe Dich!“. Wobei man damit ja schon recht weit kommt…

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