Noch immer das große Soul-Talent

Aus der Reihe fiel Max Mutzke nicht nur wegen seines souveränen achten Platzes beim Eurovisions-Wettbewerb 2004 in der Türkei, sondern auch bei seinem nahezu ausverkauften Gastspiel in der Frankfurter Batschkapp – er kam, sang und siegte.

Weißes T-Shirt unter Anzugweste zu Schlabber-Jeans und ausgetretenen Turnschuhen, eine Schiebermütze auf schütterem Haar, darunter schief gewachsene Zähne – der im südbadischen Krenkingen aufgewachsene Maximilian Nepomuk Mutzke kann selbst mit Wohlwollen nicht gerade als Ausbund an mediengerechter Attraktivität bezeichnet werden. Doch überzeugte er bei seiner gut zweistündigen Show mit virtuosem Talent, wie es in Deutschland selten ist.

Im Mittelpunkt standen mal in deutscher, mal in englischer Sprache gesungene Stücke seiner bislang erschienenen drei Alben mit Schwerpunkt auf das aktuelle Werk „Black Forest“. Von der ersten Sekunde an riss Mutzke seine Fan-Gemeinde mit und zeigte beim pointierten Rumblödeln mit den erstklassigen Musikern, dass hier nicht nur der viel gepriesene Sieger aus Stefan Raabs Fundus brilliert, sondern ein Ausnahmetalent die künstlerische Einheit mit seiner Band sucht.

Dabei gab es zu hören, was seine letzten beiden Singles „St. Petersburg“ und „Marie“ schon vielsagend andeuteten: lockere Grooves zum Mitwippen. Für die beiden Hits „Can’t Wait Until Tonight“ und das unter der Gürtellinie tastende „Schwarz auf Weiß“ gab es ebenso Zwischenapplaus wie für „New Day“, „Mrs. Thompson“ und das von Sasha eigens komponierte „Bring On The Sun“. Eindrucksvoll in außergewöhnlichen Arrangements auch Interpretationen von Style Councils „Shout To The Top“ und Billy Pauls „Me And Mrs. Jones“.FERDINAND RATHKE

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