Offenbacher Gruppe Ocean feiert im Büsingpalais gelungenes Revival

Zeitreise der Tastenmeister

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Die Freude über einen gelungenen Konzertabend ist Mike Hoffmann und Peter Kunz-von Gymnich anzusehen.

Offenbach - Die schwarzen und weißen Tasten sind ihre Leidenschaft. Das war schon vor 28 Jahren der Fall, als Mike Hoffmann und Peter Josef Kunz-von Gymnich die Gruppe Ocean gegründet hatten, deren Revival im gut besuchten Büsingpalais jetzt beifällig gefeiert wurde. Von Klaus Ackermann 

In Bild und Ton, auf Klavier und Synthesizer, brachten sich die versierten Pianisten in beste Erinnerung. In einem Konzert mit „elektro-akustischer Kammermusik“, deren rockiger Groove spontan in die Knochen fuhr. „Schön, Euch wiederzusehen“, sagt Mike augenzwinkernd zum Auftakt des mit Bildern und Videos aus alten Zeiten illustrierten Auftritts, an dessen munterer Moderation sich auch Peter beteiligt. Und nach rhythmisch stampfendem Balladengang, der sich in perlenden Klavierläufen und -figuren zu verflüssigen scheint, tönt dann auch jener Titel, der dem Tasten-Duo seinen Namen gab. „Ocean“ entwickelt auf harter Bass-Grundierung hymnische Kraft. Da scheint ein machtvoller Orgelklang in vielen Registerfarben aufgeschichtet.

Nah an der Kirchenmusik wirkt auch die „Toccata“, mit ihren per Synthesizer instrumentierten Stimmen, ein Höhepunkt dieser von einem Video-Feuerwerk begleitetem „Kammermusik“ (Technik: Cara und Gero von Gymnich). Neu aufgelegt haben die beiden Komponisten ihre „Trilogie“ mit starker Affinität zur klassischen Moderne, in vertrackten Rhythmen und harmonisch reizvollen Modulationen belegbar. Es ist der typische Ocean-Sound, mit viel Drive und noch mehr Tastenakrobatik auch himmlische Längen überspielend.

Rockige Momente und klassische Vorbilder

Dass trotz aller rockigen Momente der barocke Johann Sebastian Bach hier Pate stand, zeigt so mancher „Cantus firmus“, von Mike und Peter raffiniert umspielt, die auch als Domorganisten durchgingen. Klassische Vorbilder haben „Trauermarsch“ - frei nach Chopin - und „Bolero“ (Ravel), mit dem die beiden Tastenmeister in die Liga der Emerson, Lake and Palmer aufsteigen.

Doch auch die Burleske ist ein für Ocean gängiges Format, klanglich pointiert in „Wild Pig“ - komponiert nach etlichen Gläsern Martinsthaler Wildsau in der damals so beliebten Offenbacher Weinstube. Ohrwurm-Qualität dagegen besitzen „Springtime“, ein Evergreen der edleren Art, und das jazzig-fetzige „Work Out“, der Club-Atmosphäre des Jacques Offenbach-Saals ausgesprochen zuträglich. Mehr solcher Hits wünscht man sich beim nächsten Ocean-Revival - aber bitte nicht erst in 28 Jahren …

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