„OF FFM HipHop Sampler Release Party“

Familientreffen des Sprechgesangs

Rappen im Minutentakt hieß es in Offenbach. - Foto: Georg

Offenbach - Das Offenbacher Tonstudio und Label Ambivalenz hat in der Stadthalle mit einer großen Party einen HipHop-Sampler mit 70 regionalen Künstlern vorgestellt. Mit dabei waren auch Celo und Abdi, Azad, Nina Kutschera und Olexesh. Von Ronny Paul

Es ist 19.15 Uhr. Seit über einer Stunde geben sich die Rapper im Minutentakt die Mikrofone in die Hand. Zwanzig waren schon auf der Bühne, mindestens doppelt so viele werden noch folgen. Sichtlich erleichtert zieht Simon Szlomowicz Zwischenbilanz: „Es sind viele Leute da. Wir sind sehr erfreut, dass wir das Ganze tatsächlich auf die Beine gestellt haben“, erzählt der Mitorganisator der „OF-FFM HipHop Sampler Release Party“. Ein Mammutprogramm: Fast acht Stunden Musik ohne Pause erleben ru nd 700 Zuschauer in der Stadthalle. Dabei hat das Ambivalenz Tonstudio es geschafft, zu den auf dem Sampler vertretenen 70 regionalen Rappern auch noch überregional bekannte Künstler wie Azad, Veysel, Nina Kutschera oder Celo und Abdi für die Veranstaltung zu begeistern. Viele Talente schnuppern erstmals Bühnenluft vor einem großen Publikum.

Hip-Hop-Jam in Offenbach

Hip-Hop-Jam 2014 in Offenbach

Einer der größten Hip-Hop-Jams Deutschlands - mit über 70 Rappern - organisiert vom Offenbacher Tonstudio Ambivalenz und gefeiert in der Stadthalle. Eine riesen Party mit viel Musik-Prominenz, bei der sowohl das Publikum als auch die Künstler viel Spaß hatten. Hier gibt es zudem musikalische Grüße im Video.

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Dabei herrscht mitunter Mikrofon-Knappheit. Der Offenbacher JAM beispielsweise bringt gleich die ganze Crew seines Labels „Das Regime“ mit auf die Bühne. Bei 15 Menschen wirken selbst die Bretter der Stadthalle recht klein. Die drei Rapper der „Moinsen Mafia“ aus Lingen (Ems) machen die Bühne zur Spielwiese: Sie springen ganz in Gelb gekleidet wie Gummibälle auf und ab und heizen mit lustigem norddeutschem HipHop die Stimmung an. „Es war uns eine Ehre, in Offenbach zu spielen“, sagt Rapper Zwirn.

„Der Aufwand hat sich gelohnt“

Auch im Backstage-Bereich ist viel los. Nervosität und Anspannung bei jungen Künstlern, Gelassenheit und Coolness bei erfahrenen Rappern. Mittendrin Tommy Nolte von Ambivalenz, der Sampler-Aufnahmen und Organisation verantwortet, aber auch selbst auftritt. Er sitzt mit Marcella McCrae, Nina Kutschera, CJ Taylor und dem Gitarristen Louis Leibfried zusammen und probt noch schnell ein Lied. Alle musizieren schon lange mit Nolte: „Für mich war es keine Frage, Tommy bei dem Projekt zu unterstützen“, erzählt Sänger CJ Taylor. „Als Tommy mir von dem HipHop-Jam erzählt hat, habe ich sofort zugesagt“, berichtet Kutschera, Kandidatin der ersten „Voice of Germany“-Staffel. Das Projekt sei eine großartige Idee und fördere junge unbekannte Musiker, so die Wahl-Offenbacherin.

Musikgrüße an die Offenbach-Post vom Hip-Hop-Jam

Musikgrüße an die Offenbach-Post vom HipHop-Jam

Nina Kutschera, Olexesh, CJ Taylor, Tommy Nolte, Amokk Deep, Marcella McCrae und die Moinsen Mafia singen für die Offenbach-Post beim Hip-Hop-Jam in der Stadthalle (zum Video).

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Die Veranstaltung wirkt wie eine Familienfeier: „Sowohl vor als auch hinter der Bühne haben sich viele Leute verknüpft und ausgetauscht“, schwärmt Nolte und fügt an: „Entgegen einiger Befürchtungen war es ein friedliches Miteinander. Wenn Frankfurt und Offenbach aufeinander prallen, ist das nicht immer so wie heute“, merkt er augenzwinkernd an. Auch der Frankfurter Rapper Azad folgt Noltes Ruf und ist schon vor seinem Auftritt ein gefragter Fotopartner. Je später der Abend, desto bekannter die Musiker: Egal ob Celo und Abdi, Born, GTW, Veysel oder Olexesh - alle steuern ihren Teil zum stimmungsvollen HipHop-Jam bei. „Der Aufwand hat sich gelohnt“, freut sich Nolte. Ralph Philipp Ziegler vom Amt für Kulturmanagement, das neben dem Amt für Wirtschaftsförderung die Release Party unterstützt hat, ist zufrieden: „Der Abend zeigt eine Spannweite von der Straße bis zu den Profis. Dafür ist die Stadthalle der würdige Rahmen.“ Fast ein Jahr hat das Team um Gründer Nolte am „OF-FFM HipHop Sampler“ gearbeitet. Rund 200 Stunden dauerten die Aufnahmen mit 70 Künstlern. „Bei uns im Studio wurde es teilweise ganz schön eng“, erzählt Nolte.

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