Wohltuend unversäuselt

Offenbach - Das wirkt heimelig, fast wie Hausmusik. Ein intim anmutender Kreis von drei Musikerinnen und Musikern sitzt dicht gedrängt mit seinem Instrumentarium auf der Bühne. Von Stefan Michalzik

Eine Sängerin, die sich am Keyboard begleitet, eine Cellistin, und ein Perkussionist, der durchaus nicht der landläufigen Vorstellung vom taktgebenden Schlagzeuger entspricht; seine Kunst ist eine der Tupfer. Es kommen Harmoniegesänge dazu, gelegentlich wird ein Xylofon eingesetzt. Die Musik ist leise.

Geschrieben, gespielt, aufgenommen und produziert von Charlotta Perers, so steht es auf der Hülle zum Debütalbum: Big Fox, die nun ein Openair-Konzert im Offenbacher Hafen 2 gaben, sind das Projekt der jungen schwedischen Singer/Songwriterin. Das unbetitelte Debütalbum, das Ende vergangenen Jahres veröffentlicht wurde, entstand im heimischen Wohnzimmer in Malmö. Der Singer/Songwriterpop ist mit Streichern arrangiert und gleichwohl schnörkellos.

Die Tempi sind schleppend, der musikalische Gestus ist milde beschwingt, mit einem Schleier von Melancholie, nicht aber Düsternis. Perers Altstimme ist reizvoll mit Hauch belegt, doch die Sängerin ist klug genug, keine Masche daraus zu machen. Vergleichsgrößen wie Cat Power oder Feist sind bei derlei schnell bei der Hand. Das ist in diesem Falle nicht gänzlich abwegig. Und durchaus nicht von vornherein zu hoch gegriffen: Eine Entdeckung ist Charlotta Perers allemal. Was sie macht ist wohltuend unversäuselt; es lässt Format erkennen. Der gute Eindruck, den Perers in Offenbach hinterlassen hat, gibt Anlass zu Hoffnungen.

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