Mekka für Musikfans

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Der aktuelle Vorstand: Volker Röhm, Lucie Schiller, Gundula Gewald, Harald Schindler, Dagmar Heinz, Werner Hoog, Iris Pangratz-Boltes, Anna Röhm und Wolfgang Boltes.

Offenbach - Alt ist der Oldie-Club Offenbach nicht, gerade mal volljährig. In gut 18 Jahren hat der OCO jedoch 600 Veranstaltungen auf die Beine gestellt. 2011 strömten 4600 Besucher zu Konzerten. Von Markus Terharn

Mit aktuell 435 Mitgliedern gilt er als größter musikschaffender Verein der Region. An die 80 Bands und Alleinunterhalter sind ihm angeschlossen. Gute Gründe für die Stadt, den Oldie-Club mit ihrem Kulturpreis zu würdigen. Urkunde und 2500 Euro übergibt Oberbürgermeister Horst Schneider heute beim traditionellen Neujahrsempfang im Büsingpalais.

Rock’n’Roll der 50er und Beat der 60er Jahre sind für den Vorsitzenden Wolfgang Boltes die Basis des Vereins. Die stilistische Bandbreite ist aber größer: Sie umfasst Rock und Pop, Soul und Jazz, Blues und Country, Schlager und Neue Deutsche Welle bis hin zu Musik der 90er. „Alles, was älter ist als zehn Jahre, kann man als Oldie bezeichnen“, schmunzelt Boltes (64), selbst semiprofessioneller Musiker. Das jüngste Mitglied zählt fünf Jahre, das älteste 85. Zur Prominenz gehört Moderator Manfred Sexauer ebenso wie Hessens Sozialminister Stefan Grüttner, der amtierende OB oder dessen Vorgänger Gerhard Grandke.

Infos auf der Homepage des Oldie-Clubs

Mekka für Musikfans war Offenbach seit den 60er Jahren durch die legendäre Reihe „beat beat beat“, die der Hessische Rundfunk meist in der Stadthalle aufzeichnete. Gruppen wie die Tremeloes, Kinks und Searchers traten da auf. Daran knüpften vier Männer an, als sie 1993 einen Club zur Förderung dieser Musik ins Leben riefen: Rockmusiker Buddy Caine, Günter Doll aus der Kultur- und Sportverwaltung, Peter Bauer von der Städtischen Sparkasse sowie Klaus Wenk, damals Redakteur dieser Zeitung.

Vereinspostille „WasIssenLos?“

Band wie Wheap, Candles, Steps und Merlin’s Fantasy Farm bekamen ein Forum. Tom Jet ist mit wechselnden Formationen Stammgast. Immer wieder bieten sich Auftrittsmöglichkeiten für bekannte oder für in der Szene noch nicht etablierte Bands wie Wondervoice, Poets Corner oder Face To Face.

Rock’n’Roll auf dem Wasser: Ein jährlicher Höhepunkt ist der Riverboat Shuffle. 2011 spielte die Band Keyout auf.

Sie finden ihr Publikum beim Jahres-Kick-Off im Bürgerhaus Rumpenheim, bei jährlich zwei Riverboat Shuffles auf dem Main sowie alle 14 Tage beim Club-Treff im Bieberer Bowling-Center beziehungsweise der beliebten Sommerreihe „Live am Pool“ im Waldschwimmbad des EOSC auf der Rosenhöhe. Dorthin kommen bis zu 300 Fans – mehr sollen es auch nicht werden: Großereignisse wie den Oldie-Fasching überlässt der OCO der Stadt; Konzerte in Stadthalle oder Capitol bleiben kommerziellen Anbietern vorbehalten.
Damit, dass das Finanzamt eine Anerkennung der Gemeinnützigkeit verweigert, hat sich der Vorstand abgefunden. Die quartalsweise in einer Auflage von 3000 Stück erscheinende Vereinspostille „WasIssenLos?“ trägt sich aus dem Anzeigenerlös. Und das Geld für den Kulturpreis steckt der Oldie-Club in sein Programm. Damit es noch lange heißt: Rock’n’Roll.

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