Konzert in Darmstadt

Olli Schulz zwischen Musik und Klamauk

Darmstadt - Viele kennen Olli Schulz nur aus dem Fernsehen. Am Montag gastierte der Künstler mit seiner Band in der Centralstation und zeigte, was er als Liedermacher kann. Von Moritz Post

Fragt man in Deutschlands Fußgängerzonen nach, dann ist Oliver Marc Schulz vor allem für seine Auftritte als Quatschmacher in der Grimme-Preis prämierten Show „Circus Halligalli“ des Moderatoren-Duos Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf bekannt. Doch Olli Schulz ist ein Multitalent, das die Genres Musik, Fernsehen und Radio problemlos gleichzeitig bedient. Über zehn Jahre liegt die Veröffentlichung seines ersten Studio-Albums schon zurück. Zwischenzeitlich tourte der Entertainer, nur mit einer Gitarre im Gepäck, solo durch die Republik. In diesem Frühjahr ist er nun mit „Olli Schulz & Band“ auf großer Tour und gastierte am Montag in Darmstadt.

Applaus brandet im gefüllten Saal der Centralstation auf, als Schulz mit seiner Band auf die Bühne kommt. Es sind kreischende Frauen zu hören und eine tiefe Männerstimme ruft „Olli, du geile Sau!“ in den Saal hinein. Das Publikum ist von alt bis jung bunt gemischt und Schulz hat auch für jeden Musikgeschmack etwas dabei: Stilistisch schwankt die Musik des gebürtigen Hamburgers dabei von Western- und Country-Einflüssen („Die Ankunft der Marsianer“), über Akustik-Pop („Dann schlägt dein Herz“) bis hin zu Swing-Musik („Was macht man bloß aus diesem Jungen?“).

Zwei Stunden voller witziger Texte

Schulz' Lieder zeichnen sich durch Pointenreichtum und Wortgewandtheit aus, in denen er – mal mehr oder weniger ironisch – Situationen und Gefühle in seinen Texten beschreibt, die jedermann betreffen. Neben Themen wie die Liebe, Fernweh oder das Älterwerden kommt auch der pure Klamauk nicht zu kurz. Songs wie „Wenn die Musik nicht so laut wär, wär sie nur halb so schön“ oder „Du bist verhaftet wegen sexy“ lassen den Zuhörer unweigerlich schmunzeln.

Mal mit und mal ohne Bandbegleitung zeichnet sich die knapp zweistündige Show aber vor allem durch die Präsenz des Multitalents Olli Schulz auf der Bühne aus. Was dem ein oder anderen sehr kurzen Songs an Spieldauer fehlt, macht der 40-Jährige mit seinen Moderationen wett. Grimassenschneidend bringt er das Publikum zum Lachen und macht sich beim Swing-Tanz mit einer Zuschauerin zum Affen. Und obwohl er während des Konzerts betont, dass er seine Auftritte in Fernsehen und Musik voneinander trennt, erinnert die Show doch unweigerlich an den Unterhaltungskünstler aus dem Fernsehen.

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