Karriere nach der Casting-Show

Olly Murs im Offenbacher Capitol

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Olly Murs ist auf der Bühne geradezu redselig.

Offenbach - Mit seiner Stimme und seinem Äußeren tritt Olly Murs ganz offensichtlich in die Fußstapfen von Justin Timberlake. Und ähnlich souverän präsentierte sich der Brite jetzt im Offenbacher Capitol. Von Corinna Hiss

Nach Auftritten im Vorprogramm von Robbie Williams bestreitet der durch die Casting-Show „The X Factor“ bekannt gewordene Sänger seine erste Deutschland-Tournee, die ihn nun auch in die Goethestraße führte.

Angekündigt wurde er von seiner deutschen Casting-Kollegin Ivy Quainoo („The Voice of Germany“), der man ein wenig die fehlende Bühnenerfahrung anmerkte. Ihren Gesang präsentierte die 21-Jährige zwar gewohnt soulig und auch selbstbewusst, jedoch fehlte es an Interaktion mit dem Publikum. Dagegen wirkte Murs geradezu redselig. Während der gesamten Show beschäftigte er sich mit seinen Zuhörern, erzählte von Casting-Erfahrungen und davon, wie manche seiner Lieder zustande gekommen sind. Das war manchmal sogar des Guten zuviel.

Beeindruckende Bühnenpräsenz

Der Brite eröffnete mit „Army Of Two“ aus seinem dritten Studioalbum „Right Place, Right Time“ und zeigte auf Anhieb beeindruckende Bühnenpräsenz, Nicht mehr als ein schlichtes Plakat im Hintergrund, eine Band und ein Mikrofon waren dazu nötig. Obwohl Murs in Deutschland vor allem durch sein zweites Album „In Case You Didn’t Know“ bekannt geworden ist, erwiesen sich seine Fans auch bei älteren Stücken als textsicher. Die mit Funk-Elementen versetzten, eingängigen Pop-Nummern animierten selbst jene zum Mitklatschen, die nur als Begleitung mitgekommen waren. Bei der Ballade „Hand On Heart“ lenkte allerdings das grelle Bühnenlicht von der gefühlvollen Melodie ab.

Olly Murs’ Repertoire ist umfangreich. Als One-Hit-Wonder kann man den Briten wahrlich nicht bezeichnen. Seine drei Alben hat er zum Teil selbst geschrieben. An die Zeit bei „X Factor“ knüpfte er trotzdem an und präsentierte Stevie Wonders „Superstition“, mit dem er sich damals beworben hatte. Das Publikum spannte er gekonnt auf die Folter. Erst nach einer Stunde war die aktuelle Single „Dear Darling“ an der Reihe. Und ganz zum Schluss spielte Murs seinen Trumpf aus: den Nummer-1-Hit „Heart Skips A Beat“. Das Publikum nahm’s gelassen – im Saal gab es ohnehin kein Halten mehr ...

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