Hits mit hohem Kreischfaktor

OneRepublic bringt Capitol zum Beben

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Ryan Tedder (rechts).

Offenbach - Die Schlange reicht vom Eingang des Capitols bis weit hinunter zum Main. Lange vor 18 Uhr haben sich die ersten OneRepublic-Fans postiert, gegen sieben herrscht ausgelassene Festival-Atmosphäre. Von Maren Cornils

Viele Konzertbesucher hocken im Schneidersitz auf dem Boden, andere haben sich Pizza und Bier mitgebracht und warten nun gespannt darauf, dass die Halle endlich geöffnet wird.

Kein Wunder, ist doch mit OneRepublic eine noch gar nicht so alte, dafür aber umso bekanntere Band auf Deutschland-Tournee. Dass Gründer und Leadsänger Ryan Tedder insbesondere beim jungen Publikum beliebt ist, hat er auch einem Deutschen zu verdanken: Til Schweiger. Schon bei seinem großen Kinoerfolg „Keinohrhasen“ setzte der Schauspieler und Regisseur auf die Unterstützung der Amerikaner.

Publikum im ausverkauften Capitol steht Kopf

Bis OneRepublic ihren Auftritt haben, dauert es freilich: Erst wärmt Josh Kumra, ein junger britischer Künstler aus der Kategorie Singer/Songwriter, das Publikum mit einigen gitarrenbetonten Titeln auf. OneRepublic lassen es hingegen schon beim Auftakt ordentlich krachen. Das Publikum im ausverkauften Capitol steht Kopf – und freut sich noch mehr, dass es spätestens bei Song Nummer zwei aus vollem Hals mitsingen kann. Immerhin gehört „Secrets“ zu den großen Hits der US-Band, die an diesem Abend sogar von einem Streicher unterstützt wird.

Wuchtiger Pop-Sound mit eingängigen Refrains – das Erfolgsgeheimnis der Band zeigt Wirkung. Ob „All The Right Moves“ vom zweiten Album „Waking Up“, „Stop And Stare“ vom 2007 aufgelegten Debüt „Dreaming Out Loud“ oder „Counting Stars“, eine Auskoppelung aus dem brandneuen Album „Native“ – OneRepublic servieren ihren Zuhörern im kochend heißen Capitol-Saal temporeiche Nummern mit teilweise fetten Beats, softe Balladen wie „Coming Home“ und wunderschöne Gänsehautnummern wie „Apologize“, wenngleich die Version an diesem Abend nicht an die vom Rapper Timbaland gefeaturte Fassung herankommt.

Bilder zum Konzert von OneRepublic

OneRepublic im Capitol Offenbach

Dass der Bass für den Saal etwas überdimensioniert ist stört das Publikum nicht, ebenso wenig die eher sparsame Bühnenshow, die ab und an mit seltsamen Video-Einspielern überrascht. Was hat der Außerirdische E.T. im Capitol verloren? Eine Frage, die von der Band leider nicht beantwortet wird.

Dass OneRepublic eher auf ältere Nummern setzen und nur hier und da Neues einstreuen, mag anlässlich der aktuellen Promotiontour verwundern. Musikalisch setzt man aber auch bei „Native“ auf Bewährtes. Eine schlechte Entscheidung ist die Konzentration auf eigene Hits nicht, wie der frenetische Applaus und das aus voller Kehle mitsingende Publikum beweisen. Ein Konzert mit hohem Kreischfaktor.

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