Frank Peter Zimmermann und Berliner Barocksolisten

Originalklang mit Frische-Garantie

Eltville - Bachs d-Moll-Doppelkonzert zählt zu seinen beliebtesten Werken. Dass es eigentlich ein „zweiter Aufguss“ ist, die Umarbeitung einer Triosonate aus Köthener Zeit, ist wenig bekannt. Von Eva Schumann

Gleiches gilt für die Violinkonzerte a-Moll BWV 1041 und E-Dur BWV 1042, die Frank Peter Zimmermann und die Berliner Barock Solisten an den Anfang und den Schluss ihres Konzerts beim Rheingau Musik Festival in der Basilika von Kloster Eberbach stellten.

Trotz seiner Führungsrolle fügte sich Zimmermann in ein homogenes, intensiv aufeinander hörendes und unmittelbar reagierendes Ensemble ein. So präzise das Zusammenspiel, so spannend war die Gestaltung. Das Ensemble aus Berliner Philharmonikern und Spezialisten der Alten Musik benutzt historische Instrumente. Gemeinsam mit Zimmermann bewies die zwölfköpfige Truppe, wie ausdrucksvoll und frisch eine an alter Aufführungspraxis orientierte Interpretation sein kann. Dank sicherem Empfinden wirkten schnelle Tempi nicht verhetzt. Die Mittelsätze wurden kantabel und flüssig dargeboten.

Eine Rekonstruktion nach dem c-Moll-Konzert für zwei Cembali BWV 1060 ist die d-Moll-Fassung mit dem Solopaar Violine/Oboe. Den Oboenpart übernahm Jonathan Kelly, Solo-Oboist der Berliner Philharmoniker. Mit schönem, nie aufdringlichem Ton war er ein harmonischer Partner des Violinsolisten, ebenbürtig an Virtuosität. Beim d-Moll-Konzert BWV 1043 gesellte sich zu Zimmermann der Geiger Daniel Sepec . Das Solistenduo war trotz funktionierendem Zusammenspiel nicht ganz homogen. Im organischen Miteinander von Vorwärtsdrängen und Atmen zeigte sich der erfahrene Barockmusiker. Beim rasanten Finale war die Transparenz nicht mehr so ideal.

Abwechslung brachten Streicher-Bearbeitungen der Orgelfugen d-Moll BWV 538 und g-Moll BWV 542 von Heribert Breuer. Bei der g-Moll-Fuge brachte die Oboe das Thema markant zur Geltung. Auf das brillant dargebotene, von Zimmermann mit bravourösen Kadenzen ergänzte E-Dur-Violinkonzert folgte als Zugabe der atemberaubend gespielte Kopfsatz aus BWV 1052.

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