„Wissels Welt“ in der Offenbacher Reihe „Senza Piano“

Originelle Liaison von Cello und Schlagwerk

Offenbach - Neue Musik kommt auch in Offenbach gut an. Der Erfolg des letztjährigen Konzerts zu Ehren des Komponisten Rudin und Zeitgenossen ermutigte dazu, den Schlagzeuger Christian R. Wissel wieder für die Reihe „Senza Piano“ in den Räumen der Offenbacher Sparkasse einzuladen. Von Eva Schumann

„Wissels Welt“ konzentrierte sich auf eine Huldigung des vor zwei Jahren verstorbenen Komponisten Bertold Hummel. Die Kombination der Instrumente war noch ungewöhnlicher: Dem Schlagwerk mit stand ein Violoncello gegenüber. Für seine Lieblingsinstrumente entwickelte Hummel eine Notation und schrieb Solokompositionen.

Dazu gehören auch die „Fünf Anrufungen“ op. 81b. Die fünfteilige Komposition vermittelte einen Eindruck vom dissonanzenreichen Stil Hummels. Sie schöpft die farbliche Vielfalt des Schlagwerks aus, um verschiedene Stimmungen und Charaktere zu evozieren. Obwohl der Klangeindruck vorherrscht, sind Motive zu erkennen. Wissels Wechselspiel zwischen Vibraphon und dem übrigen Schlagwerk hatte tänzerische Virtuosität.

Originelle klangliche Vielfalt

Originelle klangliche Vielfalt zeichnet auch die Fantasia II für Cello solo aus, die Hannes Reich konzentriert, präzise und tonschön interpretierte. Eingebaut ist das Namensmotiv für Casals „c - a - es - a - es“.

Zum Duett fanden sich Cello und Schlagzeug bei einer originellen Bearbeitung zusammen. Die viersätzige Sonata in Es von Karl Ditters von Dittersdorf war ursprünglich für Viola und Violone gedacht, machte sich aber ganz hübsch in dieser Version, in der jedes Instrument auf seine Weise mal die Melodie spielen durfte.

Cello und Schlagzeug

Cello und Schlagzeug vereinigten sich auch zu Hummels „Asiago“ op. 107b, einem Auftragswerk für das Festival in der norditalienischen Stadt. An sie spielt das wiederum eingearbeitete Namensmotiv „a - es - a - g“ an. Die Komposition demonstrierte überzeugend, wie trefflich Cello und Schlagwerk miteinander harmonisieren können.

Ein Schmankerl waren die „Songs of the Mouse People“ des amerikanischen Komponisten Martin Bresnick. Die 1999 entstandene Komposition bezieht sich auf Kafkas Erzählung „Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse“, aus der Wissel vor jedem Satz Passagen las.

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