Swing und Gegrummel

Frankfurt - „It don"t mean a thing (if it ain"t got that swing)“ heißt ein berühmtes Jazz-Standard von Duke Ellington, doch könnte der Titel auch als Lebensmotto des großen italienischen Chansoniers, Grummlers und Liederschmieds Paolo Conte dienen - es hat keine Bedeutung, wenn es nicht swingt. Von Christian Riethmüller

 „Capito“ hätte man dem mittlerweile 75-jährigen Conte bei seinem Auftritt - nur einer von zweien in Deutschland - in der ausverkauften Alten Oper in Frankfurt zurufen mögen, nachdem der Piemontese nämlich erst einmal nur seine drei Gitarristen auf die Bühne geschickt hatte. Die schüttelten mal eben locker einen spanisch anmutenen Django-Reinhardt-Swing aus den Handgelenken und gaben so einen sanften, aber unwiderstehlichen Groove vor, der direkt in den Fuß fuhr. Diesen Groove behielt das vorzügliche Ensemble auch bei, als es in voller Pracht, sprich zehn Mann stark, die Hits und neueren Songs des Maestros am Klavier begleitete und mit allerlei instrumentalen Kunststückchen verzierte. Dafür gab es immer wieder Szenenapplaus wie auch für den Stoiker in der Mitte selbst.

Wie gehabt, sprach Conte nicht mit dem Publikum, nannte nur die Namen seiner Musiker und widmete sonst seine rauchig-markante Stimme allein den Liedern, die er auf einzigartige Art und Weise zu intonieren versteht. Dieser grummelnde Gesang ist gewiss nicht jedermanns Sache, aber er hat seine Lektion Swing gelernt. Das zählt.

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare