Paolo Nutini in Offenbacher Stadthalle

Schotte mit Soul in der Stimme

+
Paolo Nutini

Offenbach - Da steht er, auf der Bühne der Offenbacher Stadthalle und hat eine letzte Bitte. Den „Last Request“, spielt Paolo Nutini allein, doch alle singen lautstark mit. Von Ronny Paul

Was wäre wohl aus dem jugendlich aussehenden Endzwanziger geworden, hätte er auf Wunsch seines Vaters, den Fish’n’Chips-Laden in Paisley in den schottischen Lowlands übernommen? Wahrscheinlich hätte er für die Stammgäste mit seiner rauchigen Stimme Abend um Abend, so wie just in der Stadthalle, die letzte Bitte oder in dem Fall die letzte Bestellung besungen.

Doch Nutini hatte andere Pläne, ging mit 17 Jahren nach London und startete 2006 musikalisch durch: Das Debüt des 19-Jährigen, „These Streets“, erreichte Platz drei der britischen Hitlisten. Seither haben alle drei Alben nicht nur die Kritiker überzeugt.

Beeindruckend am schmalen Nutini ist seine wuchtige Stimme, die in ihrer Intensität an Nina Simone oder Joe Cocker erinnert. Gerade in Stücken vom aktuellen Langspieler „Caustic Love“ bebt der Soul so ausdrucksvoll in Nutinis Stimmbändern wie etwa bei James Brown in den Siebzigern oder aktuell bei Aloe Blacc. Dagegen gibt er sich zurückhaltend auf der Bühne, umklammert meist mit beiden Händen das Mikrofon und bewegt sich spärlich. Die überwiegend weiblichen Fans stört das jedoch nicht. Jede noch so kleine Aktion und Äußerung des Schotten wird bejubelt.

So wirkt Musik auf unseren Körper

So wirkt Musik auf unseren Körper

Musikalisch bietet Nutini viel: Der 27-Jährige und seine neunköpfige Begleitband spielen sich in der Stadthalle munter durch sämtliche Musikgenres: Pop, Folk, Ska, Blues, Funk, Soul und R’n’B - alles dabei. Nutini startet mit den funkig-souligen „Cream (Funk My Life Up)“ und „Let Me Down Easy“, im Original von der Soul-Sängerin Betty La Vette, platziert das an „I Put A Spell On You“ von Screamin’ Jay Hawkins erinnernde „One Day“ in der Konzertmitte und geht mit der aktuellen Single „Iron Sky“ von der Bühne, bevor der Schotte sie für vier Zugaben noch einmal betritt.

Mehr zum Thema

Kommentare