Paris bleibt Paris, wie es singt und lacht

+
„Pariser Leben“ ist die fünfte und letzte Jacques-Offenbach-Operette, die Quasts Fliegende Volksbühne modern aufbereitet hat.

Offenbach - So wird der Tourist gern geneppt – von einem (falschen) Fremdenführer in dessen Haus gelockt, von (auch nicht echter) Gesellschaft gut amüsiert, mit Essen und Alkohol abgefüllt bis zum Abwinken, all das für nur zehn Francs. Von Markus Terharn

So lässt sich der Musikfreund die tolldreiste Posse gern erzählen – von einem Meister in mitreißend-geistvolle Töne gesetzt. Und so bekommt sie der Theaterbesucher gern erzählt – von Schauspiel-Ass Michael Quast und Klavier-Könner Rhodri Britton in der praktisch ausverkauften Oper Frankfurt. „Pariser Leben“ ist die fünfte und letzte Jacques-Offenbach-Operette, die Quasts Fliegende Volksbühne modern aufbereitet hat. Bei ihm haben die vielen Deutschen, die in Frankreichs Hauptstadt leben, Migrationshintergrund, reden schauerliche Dialekte, grölen süddeutsche Sauflieder und jodeln gar. Partyhäschen haben Koks im Näschen und das Cabrio vor der Tür. Die Belle Epoque ist der Gegenwart sehr nah.

Und Quast tut alles, keine Distanz zu erzeugen. Spricht und singt, kichert und kalauert, hüpft und tanzt 15 Rollen zuzüglich Statisten, Chor und näselndem Inspizienten. Den Rausch und den Kater, genial gespiegelt in einer der besten Partituren des Komponisten, mimt er gleichermaßen markerschütternd. Schwedenbaron und Brasilmillionär, Schuhmacher und Handschuhmacherin, Dienerpack in Adels kluft, er kann es einfach.

Wer’s verpasst hat, sichte die sommerlichen Festspielprogramme: In Dreieich oder im Rheingau ist der eine oder andere Offenbach à la Quast zu erleben. Es lohnt sich!

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare