Pianistisches Kleeblatt auf dem Podium

Frankfurt - Vier Flügel standen auf dem Podium im Großen Saal der Alten Oper bereit. Schließlich endete das jüngste Frankfurter Bachkonzert mit einer der seltenen Aufführungen des Konzerts a-Moll für vier Klaviere, Streicher und Generalbass BWV 1065. Von Axel Zibulski

Impulsiv gesteuert wurde die Interpretation von Evgeni Koroliov am ersten der vier Instrumente: Der russische Bach-Spezialist schien nämlich, mehr noch als Dirigent Helmuth Rilling am Pult des begleitenden Bach-Collegium Stuttgart, als Motivator zu wirken.

Einziger Solist war Koroliov eingangs in Johann Sebastian Bachs Klavierkonzert g-Moll BWV 1058 – ein streng, gemessen, transparent spielender und bei nur sparsam eingestreuten Verzierungen höchst unprätentiöser Solist. Freier, in den dynamischen Varianten breiter gefächert legte er zu Beginn der zweiten Konzerthälfte das Klavierkonzert d-Moll BWV 1052 an, den deutlich vitaleren, spannungsvolleren Programmteil eröffnend.

Bachs anschließend gespieltes Konzert a-Moll für vier Klaviere, freie Adaption eines Violinkonzerts von Antonio Vivaldi, kam in seiner Opulenz bestens zur Geltung, dank der durchweg synchronen Gestaltung von Evgeni Koroliov und Stepan Simonyan auf der linken, von Ljupka Hadzigeorgieva und Anna Vinnitskaya auf der rechten Podiumsseite.

Gemeinsam mit seiner Gattin Ljupka Hadzigeorgieva hatte Koroliov im ersten Programmteil Bachs Konzert für zwei Klaviere c-Moll BWV 1069 aufgeführt – und dabei doch so deutlich dominiert, dass das Ideal einer absoluten Ausgewogenheit der beiden Solis-ten verfehlt wurde. Im Konzert d-Moll für drei Klaviere (BWV 1063) kam Anna Vinnitskaja hinzu, mit durchaus erfrischendem Erfolg, auch wenn die Streicherbegleitung unter der Leitung von Helmuth Rilling in allen fünf Klavierkonzerten letztlich zu routiniert und akzentlos blieb.

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