Poppiges Rollenspiel

Offenbach - Was für eine Erscheinung! Mit der Lederjacke über dem Minikleidchen strahlt Yuki Chikudate die Anmutung eines Riot Grrrls aus. Von Stefan Michalzik

Auch einem Manga-Comic könnte die in Japan geborene Sängerin und Keyboarderin des aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn stammenden und im Offenbacher Hafen2 gastierenden Indiepopquartetts Asobi Seksu entsprungen sein.

Die 2001 von Yuki Chikudate und dem Gitarristen James Hannah – die beiden schreiben auch die Songs zusammen – gegründete Band bewegte sich mit ihren Noiseorgien zunächst in einem stilistischen Umfeld des experimentellen US-Indierocks. Schon mit dem dritten Album „Citrus“ von 2007 aber, das bereits in der heutigen Besetzung mit Billy Pavone am Bass und dem Schlagzeuger Larry Gorman eingespielt worden ist, wurden die Nummern poppiger.

Zwar trägt Yuki Chikudate die meist englischsprachigen, gelegentlich auch auf Japanisch gesungenen Songs mit verträumt-hoher Stimme vor. Man spürt jedoch, dass sie sie als Rollenspiel interpretiert. Die Hingabe gilt einzig der Musik und der Show. Und die ist grandios und voll lässiger Emphase.

Die ungetrübte Schönheit der Melodieführung wird gekontert durch die mit versierten Hall- und Rückkopplungseffekten belegte Gitarre von James Hannah. Im Klangbild waren die mal flächigen, mal nervös pulsierenden Keyboardsounds des Albums „Fluorescence“ etwas zurückgemischt. Rauer, ungeschlachter klang die Musik. Durchaus nicht zum Schaden des Konzerts.

Rubriklistenbild: © Paul Georg Meister/ pixelio.de

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