Im Reich des Party-Königs

+
Drei Stunden gute Laune am Stück: James Last.

„They Call Me Hansi“ betitelte James Last 2004 sein bis dato letztes Album, auf dem sich befreundete Künstler wie Xavier Naidoo, Fettes Brot, Herbert Grönemeyer, Tom Jones und Luciano Pavarotti ein Stelldichein gaben und die zeitlose Jugendlichkeit des gebürtigen Bremers unterstrichen. Von Ferdinand Rathke

Im Gegensatz zu den ebenfalls noch aktiven Kollegen Max Greger, Hugo Strasser und Paul Kuhn, kommt der just 80 Jahre alt gewordene Erfinder des „Happy Party Sounds“ bei jüngeren Konsumenten an. Doch finden sich tatsächlich nur wenige Zuschauer dieser Zielgruppe in den zum Teil leeren Rängen der Frankfurter Festhalle.

Trotz seiner 80 Jahre weiß James Last zu begeistern.

Sind doch die eigentliche Klientel von James Last Menschen beiderlei Geschlechts von sportiven Fünfzig an aufwärts bis in die rüstigen Achtziger – also all jene, die mit dem „Gentleman Of Music“ gereift sind. Aber die vielen Rentner im Auditorium rühren James Last, der in einen weißen Anzug aus Seide gekleidet ist, nur bis zu einem gewissen Grad. Auch wenn er das anfänglich wie angewachsen auf den Sitzen klebende Auditorium mit derben Späßen und noch frivoleren Neckereien aus der Reserve locken muss.

Live-Eindrücke von James Last

Optimal zur Geltung kommen beim dreistündigen Spektakel auch die 38 weiblichen und männlichen Bigband-Mitglieder, von denen nicht wenige Hansis Enkel sein könnten: Gitarrist Erlend Krauser etwa ist so ein Fall, der mitunter wie eine Bruder im Geiste der Sechssaiten-Legende Jeff Beck drauflos rockt und auch ganz formidabel die Akustische spanisch zu zupfen weiß. Gitarrenkollege Peter Hesslein, Kraut-Rock-Urgestein, das es einst mit der Hamburger Formation Lucifer's Friend bis nach Amerika brachte, gerät dabei fast ein wenig ins Hintertreffen. Virtuos auch die Exkursionen der Trompeter Chuck Findley und Derek Watkins, einst bei Herb Alpert in Lohn und Brot.

Derart in Schwung gekommen, legt James Last eine beachtlich energiegeladene Show hin. Musikalisch bleibt das Multitalent seinen treu ergebenen Fans nichts schuldig: Kitschiges und Sentimentales wechselt mit Stimmungsraketen, tatkräftig unterstützt vom vokalen Glanz des gemischten fünfköpfigen Chores: Ob „Funiculi Funicula“ oder „Freunde, das Leben ist lebenswert“, ob Unverzichtbares wie „Der einsame Hirte“ und „Morgens früh um sieben ist die Welt noch in Ordnung“. Ausgelassen bleibt die Stimmung auch bei aktuellen Hits wie Pinks „So What“. Und beim Strauß-Walzer „G'schichten aus dem Wienerwald“ erheben sich nicht nur die Streicher: Vor der Bühne wagen Dutzende sich paartanzend aufs Parkett. Die 16. Etappe einer 23 Termine umfassenden Gastspielreise durch halb Europa schließlich endet mit der weltweit erprobten Stadion-Hymne „Na Na Hey Hey“ im üppigen Konfettiregen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare