Revolutionäre Romantik

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In der Sparkasse Offenbach, Gastgeberin der Kammermusikabende „Senza Piano“, war jetzt ein Ensemble der Kammermusik-Akademie Fränkische Musiktage zu Gast.

In der Sparkasse Offenbach, Gastgeberin der Kammermusikabende „Senza Piano“, war jetzt ein Ensemble der Kammermusik-Akademie Fränkische Musiktage zu Gast. Es widmete sein Konzert nicht nur den Jubilaren Haydn und Mendelssohn, sondern auch Louis Spohr. Von Eva Schumann

Zum Streichsextett op. 140 findet sich die Notiz „geschrieben im Jahre der glorreichen Revolution des deutschen Volkes“ 1848. Einschmeichelnde Melodien, geschickte Themenbeziehungen, lebendiges Weiterreichen der Themen durch die Instrumente, großer, fast orchestraler Klang kennzeichnen das Werk.

Das Ensemble aus Mitgliedern der Bundesauswahl junger Künstler und Stipendiaten der Deutschen Stiftung Musikleben musizierte mitreißend. Unter der überaus souveränen Führung von Linus Roth, der seine Lehrerin Ana Chumachenco vertrat, kommunizierten alle vorbildlich miteinander. Die Bratscherin Eva Chamilová ließ die Themen singen und schwingen. Cellist Hyoung-Joon Jo sorgte für ein warmes, klares, kräftiges Fundament. Primarius, Bratscherin und Cellist wurden gut unterstützt von ihren Partnern Arvid Single, Bretislav Hera und Annekatrin Flick, die häufig mit ihnen duettierten. Die wechselnden Charaktere im naturszenenhaften Kopfsatz und im witzsprühenden Finale traf das Ensemble präzise und flexibel.

Eröffnet wurde das Konzert mit Haydns C-Dur-Quartett op. 76,3, dem Kaiserquartett. Bereits darin glänzte der wunderbare Ton der Stradivari aus dem Jahr 1703. Allerdings vermisste mancher Eleganz und Grazie. Technisch, in Präzision, Intonation, Phrasierung und Zusammenspiel geriet der Vortrag vortrefflich. Eine inspirierte, so klangschöne, farbige wie klug gestaltete Interpretation von Mendelssohns A-Dur-Streichquintett beschloss das Programm.

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