Rihanna live in Frankfurt: Aufstieg in die Luder-Liga

+
Tanz auf dem Blech: Sängerin Rihanna ließ in der Frankfurter Festhalle keine Posen aus.

Frankfurt - Betörend, attraktiv, aufregend weiblich und ungeheuer selbstbewusst: Beim ausverkauften Gastspiel in der Frankfurter Festhalle reiht Rihanna sich nahtlos ein in die internationale Luder-Liga. Von Ferdinand Rathke

Hüpft lasziv in knapper Latex-Bekleidung zu Lederstiefeln oder in eleganter Abendrobe auf Stöckelschuhen umher. Oder aber sie lagert, stets umgarnt von männlichen und weiblichen Tänzern sowie den ausgezeichneten Musikern ihrer Begleitformation, lüstern auf diversen Requisiten. Ein Wunder, dass die 23-Jährige aus Barbados noch Zeit findet, sich 22 Songs aus fünf weltweit erfolgreichen Alben zu widmen. Ein sechstes namens „Talk That Talk“, erscheint bald.

Vor fünf Jahren, im Vorprogramm der Pussycat Dolls, präsentierte sie sich noch recht sittsam. Doch das einmal entworfene Sex-Image vom zweiten Album „A Girl Like Me“ zum durchtriebenen Nachfolger „Good Girl, Gone Bad“ verpflichtet, auch wenn es vom Reißbrett ihres Entdeckers Evan Rogers und des Def-Jam-Firmenchefs Jay-Z stammt. Schließlich verkauft sich Verruchtes nicht erst seit Madonna.

Rihanna lässt keine noch so derbten Posen aus

Rihanna jedenfalls lässt keine noch so verderbten Posen aus, wechselt regelmäßig knappe Kostümierungen, bis kaum noch Stoff die kaffeebraune Haut bedeckt. Bringt eindeutige Requisiten wie Peitsche und Spazierstock zum Einsatz. Lümmelt auf Metallgestellen oder auch mal gefesselt vor einer Domina in der Hymne „S & M“ herum. Stöhnt sich mit erstaunlich stark entwickelter Stimme durch wuchtige Tanzflächenfüller wie „Only Girl (In The World)“ zum Auftakt, „Shut Up And Drive“ oder „Don’t Stop The Music“, als wäre sie in eine russische Erotik-Produktion geraten. Um den Effekt noch zu intensivieren, lässt sie sich in Nahaufnahme auf eine gigantische Leinwand und vier Bullaugen projizieren. Damit auch ja keinem der immer wieder in Schreikrämpfe ausbrechenden jungen Zuschauer das lasterhafte Treiben entgeht.

Wie Aggressionstherapien muten Spielepisoden an: Mit Baseballschlägern demoliert eine randalierende Straßengang ein Schrottauto, eine Armee marschiert auf und ein Crash-Test-Dummy-Mann im Salamander-Look versucht der Schönen Gewalt anzutun. Wenn Rihanna zum Finale des rund 100-minütigen Spektakels auf meterhohem Flügel eine Liebeshymne im Breitwandformat serviert, hat sie nichts unversucht gelassen, um ein möglichst breites Spektrum zu offerieren: von Soul über Reggae, Disco, Elektro und Pop bis hin zu Hard Rock findet sich nahezu jeder Stil in ihrem Repertoire. Auch Balladeskes kommt nicht zu kurz – denn keine haucht, wimmert und schluchzt so schön, wie die R’n’B-Queen.

Sängerin Rihanna rockt die Frankfurter Festhalle

Rihanna rockt die Festhalle

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare