Hanauer Amphitheater

Foreigner: Feuerwerk der Klassiker

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Auf Tuchfühlung: Schweißtreibend ist die Show, mit der Foreigner-Sänger Kelly Hansen das Hanauer Amphitheater rockt. Das Publikum ging begeistert mit.

Hanau - Kurz vor Beginn prasselt ein gewaltiger Schauer herunter. Glücklicherweise ist das Hanauer Amphitheater mit einem riesigen Zelt überdacht. Die Fans stehen darunter dicht gedrängt bis in die hintersten Reihen. Das Konzert der Rocklegende Foreigner ist ausverkauft. Von Anke Steinfadt

Ganz jung ist kaum jemand. Was die Temperatur angeht, kommt das kleine Unwetter wie gerufen. So sieht es auch Frontmann Kelly Hansen, als er gut gelaunt das Publikum begrüßt: „Wir lieben den Regen, er bringt uns Abkühlung.“ Zu diesem Zeitpunkt hat die Band die ersten zwei Songs gespielt und dem Bassisten Jeff Pilson kleben bereits die rot-blonden Haare am Kopf. Dann kommt „Cold As Ice“, und die Menge brodelt weiter.

Hit reiht sich an Hit. „That Was Yesterday“, „Say You Will“ und „Juke Box Hero“ sind bei diesem Best-Of-Abend vertreten. „Urgent“ - mit einem klasse Saxophon-Solo von Thom Gimbel - und „I Want To Know What Love Is“, das die Vorlage bietet für den bewegenden Abschlusschor mit dem Publikum. Die sechs Vollblut-Musiker tragen die alten Songs mit so viel Leidenschaft und Frische vor als spielten sie diese zum ersten Mal. Jüngstes Stück des Abends ist „When It Comes To Love“ von 2009.

Formation 1976 in New York gegründet

1976 wurde die britisch-amerikanische Formation in New York gegründet. Bis 1988 feierte sie große Erfolge. Von den Gründungsmitgliedern ist nur noch einer mit dabei: Gitarrist und Songschreiber Mick Jones. Er gesellt sich erst nach einer halben Stunde zu den anderen auf die Bühne. Graue kurze Haare, Hornbrille, ein sympathischer Kerl, 68 Jahre alt. Es gibt „Dirty White Boy“ und anschließend ein stimmungsvolles Akustikset als Reverenz zum 2011 erschienen Album „Acoustique“.

Kelly Hansen ehrt Urgestein Jones als „Architekten des unverwechselbaren Foreigner-Sounds“. Der wiederum dankt dem 2005 zur Band gekommenen Sänger dafür, seine Vision und die Musik am Leben zu erhalten. Tatsächlich kommt Hansens Stimme nah an die des Mitgründers Lou Gramm heran, nur in Nuancen fehlt es am Rauen des Originals. In punkto Bühnenpräsenz ist Hansen unschlagbar. Er reißt das Publikum mit.

100 Minuten lang sind alle sehr glücklich. Große Überraschungen hält der Auftritt zwar nicht bereit. Doch liefert die Band ohne Schnörkel das ab, was die Fans erwarten. Klassiker zu denen sich ordentlich Abrocken lässt. Ganz im Sinne von „Feels Like The First Time“.

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