Rock´n´Roll mal choral

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“The Kinks Choral Collection“ interpretiert von Ray Davis

Ray Davies auf der einen, die „Kinks“ auf der anderen Seite. Was daraus entsteht, wenn sich ein Komponist, Schriftsteller, Leadsänger und Mitglied der Rock and Roll Hall Of Fame der eigenen Geschichte annimmt, bekommt man am Beispiel von „The Kinks Choral Collection“ gezeigt. Von Holger Strehl

Mehr Infos gibt es auf der Internetseite von Ray Davies oder auf pure.de

Die Rock'n'Roll/Beatmusik Puristen werden sich sicherlich weniger mit der durchaus opulent angelegten, aber über weite Strecken handzahmen Entfremdung anfreunden können. „You really got me“ „All Day and All of the Night“ oder „Days“, die in bester Beatles Manier ganze Konzertsäle zum Kochen gebracht haben, werden durch den mehrstimmigen Gesang des Crouch End Festival Chor und Davis doch vergleichsweise gezähmte Stimme zwar erfrischend neu interpretiert, lassen aber die Energie missen, die sie einst in einer jungen, aufstrebenden und oft rebellischen Generation hervorriefen.

Tracklist:

1. Days

2. Waterloo sunset

3. You really got me

4. Victoria

5. See my friends

6. Celluloid heroes

7. Shangri-La

8. Working man's cafe

9. Village green

10. Picture book

11. Big sky

12. Do you remember water

13. Johnny Thunder

14. Village Green Preservation Society

15. All day and all of the night

Aber da gibt es eben auch die Menschen, die sich gerne von Musik berieseln lassen und neuen Soundgewändern alter Hits nicht abgeneigt sind. Menschen, die sich zum Beispiel auch vom Konzept der gregorianischen Cover-Mönche überzeugen ließen und für ausverkaufte Hallen sorgen. Ganz so kirchlich inspiriert geht es bei Ray Davies nicht zu und wer sich mit der Rock'nRoll Variante der Fischer Chöre anfreunden bzw. arrangieren kann, wird auch bei diesem durchaus diskutablen Soundexperiment seine Freude haben. Über weite Strecken minimalistisch instrumentiert hauchen die ersten, zweiten, dritten Stimmen den Stücken neuen Geist ein, während sich Ray Davis in ihrer Front positionert. Doch die zu Beginn beschriebenen Puristen mit ausgeprägtem Hang zur E-Gitarre greifen am Ende doch besser zum Original. Darüber hinaus bekommt man einen guten Eindruck darüber wie umfassend und hochklassig der „The Kinks“ Backkatalog eigentlich ist.

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