Saison der Gaststars

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Frankfurt - Während hr-Musikchefin Andrea Zietzschmann zum NDR wechselt bleibt Paavo Järvi dem Sinfonieorchester als Ehrendirigent erhalten. 2013 treten außerdem Sopranistin Christiane Karg und Geigerin Hilary Hahn auf. Von Klaus Ackermann

Der Kolumbianer Andrés Orozco-Estrada wird ab 2014 Nachfolger des vielgelobten Chefdirigenten Paavo Järvi, der Frankfurt als Ehrendirigent auf Lebenszeit erhalten bleibt. Die Würfel waren schon gefallen, bevor die neue Saison des hr-Sinfonieorchesters vorgestellt wurde, samt der großen Sopranistin Christiane Karg als Artist in Residence, die sich vom Ensemble der Oper Frankfurt verabschiedet hat, aber der Region noch eine Weile treu bleibt.

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Schönspieler auf hartem Kurs

Mit 66 Konzerten in Hessen, etlichen Sonderprojekten, Tourneen und Kammerkonzerten muss sich die international geschätzte Klangformation über mangelnde Beschäftigung nicht beklagen. Und bei den zwölf Abonnementskonzerten zeigt Paavo Järvi noch starke Präsenz. Mit hochkarätigen Solisten wie der Geigerin Hilary Hahn, dem Cellisten Steven Isserlis oder dem Pianisten Alexander Toradze (2. Klavierkonzert von Schostakowitsch). Daneben wird Järvi seinen nordischen Schwerpunkt mit der 6. und 7. Sinfonie von Jean Sibelius verfolgen, wie er an den Hanauer Paul Hindemith weiterhin erinnert und seinem Faible für den Spätromantiker Franz Schmidt (3. Sinfonie) frönt.

Sinfoniker eröffnen Rheingau Musik Festival

Zudem eröffnen die hr-Sinfoniker und Järvi wieder das Rheingau Musik Festival, diesmal Mendelssohns „Sommernachtstraum“, mit dem Estnischen Philharmonischen Kammerchor. Gleich vier Konzerte gestaltet Sopranistin Christiane Karg, die ihren Einstand mit Ravels „Shéhérazade“ (Gianandrea Noseda dirigiert) gibt, mit Philippe Herreweghe bei dem beliebten „Barock+“ Mozart-Arien singt und im „Forum Neue Musik“ wie beim „Lunchkonzert“ ihre frankophile Ader zeigt - in Liedern von Debussy und Ravel sowie vom Spanier Manuel de Falla.

Zu den Sängerinnen von Rang bei den hr-Sinfoniekonzerten zählen auch Sopranistin Petra Lang (aus Alban Bergs „Wozzeck“, mit Dirigent Marek Janowski) sowie die Französin Véronique Gens (Orchesterlied-Zyklus von Berlioz). Bei „Barock+“ gibt es zudem eine Wiederbegegnung mit Rainer Goebel und Andrea Marcon im hr-Sendesaal. Und natürlich wird sich auch der „Neue“, Andrés Orozco-Estrada vorstellen. Mit Geigen-Weltstar Arabella Steinbacher, die Prokofjews 1. Violinkonzert spielt, ergänzt von einer Haydn-Sinfonie, einer Uraufführung des Wieners Friedrich Cerha und Rachmaninows „Sinfonischen Tänzen“.

„Kammerflimmern“ im Bahnhofsviertel

Bei der Ruhrtriennale wird das hr-Sinfoniorchester mit Lachenmanns „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ gastieren. Zudem organisiert es mit der hr-Bigband die Biennale für Moderne Musik „cresc …“, im Mittelpunkt Bernd Alois Zimmermann. Originell auch die neue Kammermusik-Reihe von hr-Musikern: „Kammerflimmern“ gibt es im „Orange Peel“, einem Club im Frankfurter Bahnhofsviertel.

Was Järvi sonst noch macht? Er wird zwischen Paris, Frankfurt und Tokio (als Chef des ältesten japanischen Sinfonieorchesters) pendeln. „Mittendrin versuche ich, meine Kinder zu sehen“, so der sympathische Maestro.

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