Sashas rockender Bruder

Frankfurt - Eigentlich wollte Sasha vor acht Jahren nur ein wenig pausieren. Stattdessen tauchte wenige Monate später ein gewisser „Dick Brave“ auf der Bildfläche auf. Von Ferdinand Rathke

Angeblich ein aus dem fernen Kanada stammender Erfolgskünstler mit Hang zu manischem Rockabilly Einen kleinen Schönheitsfehler hatte die Sache allerdings: Der schräge Vorturner und seine Combo The Backbeats erwiesen sich mit dem Album „Dick This“ erfolgreicher als jede Veröffentlichung von Sasha.

Mit perfekt einstudierten Posen, makelloser Mehroktavenstimme, einiges an Schauspieltalent und einer absolut versierten Formation im Rücken, passt die Rolle des kanadischen Superstars Sasha noch immer wie eine zweite Haut. Sasha spielt nicht Dick Brave, Sasha ist Dick Brave. Zumindest für die Dauer der bis zum Rand mit nostalgischen Kostbarkeiten gespickten Rock’n’Roll-Retro-Show in der Batschkapp, die minutiös bis ins Detail den Glamour und die wilde Verderbtheit der Fünfziger Jahre widerspiegelt.

„Rock’n’Roll Therapy“ verspricht das Tour-Motto und enttäuscht nicht: Klassiker wie Eddie Cochrans „Twenty Flight Rock“, Chuck Berrys „Come On“ oder Elvis Presleys „Lover Doll“ gelingen authentisch. Für Verblüffung sorgen aber vor allem auf alt getrimmtes aktuelles Material: Bruno Mars’ „Just The Way You Are“, Jack Johnsons „Sitting Waiting Wishing“, Adeles „Rolling In The Deep“ und Kings Of Leons „Use Somebody“ sind auf Anhieb kaum wiederzuerkennen.

Gewürzt wird das unterhaltsame Spektakel mit „Give It Away“ von den Red Hot Chili Peppers, „Walk This Way“ von Aerosmith, Michael Jacksons „Black Or White“ und „Get The Party Started“ von Pink. Nicht fehlen darf Dick Braves größter Hit, Bobby Vees „Take Good Care Of My Baby“ sowie jene Posse zum Finale, die schon bei Dick Braves erstem Höhenflug entzückte: Zu Jerry Lee Lewis’ „Great Balls Of Fire“ tauschen sämtliche Musiker reihum die Instrumente aus.

Rubriklistenbild: © dpa

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